Heiter, freundlich, gelassen: Ein Ladenhüter

Ein Bilderbuchbild von einem Novembermorgen. Schöner kann es nicht sein. Halt, es fehlt über dem Rosensteinparkteich schwebender Nebel. Der gehört zu einem morgendlichen Idyll. Teiche im Morgenlicht ohne Nebel gehen nicht. Das sind Ladenhüter.

Rosensteinpark
Ein Novembermorgen ohne Nebel über dem Teich

Ich könnte jetzt ein wenig mit Luminar nachhelfen. Ach nein, dass mache ich nicht. Mache ich nie. So ist das Bild ein Novembermorgenbild mit Sonne und Teich ohne Nebel.

Ein Bild zweiter Wahl. Aber nur für diejenigen, die auf Frühnebel wert legen.

Erinnerungen im Nebel

Weiß du noch, wie es war? Damals? In jener Zeit, die nun als die Glückliche, die Unbeschwerte, gilt?

Rosensteinpark im Nebel
An einem düsteren Septembertag vor dem Jahr der grenzenlosen Coronafreuden

Sieh‘ dir dieses Bild genau an. Erinnerungsdunkel offenbart es trotzdem unermesslich schöne Dinge und Begebenheiten. Der Rosensteinparkteich ist mit Wasser gefüllt und das Riesenrad wartet auf fröhliche Kunden.

Und Heute?

Schwamm drüber, Deutschköter will es so.

Morgendämmerung im Schwarzwald

Der Montagmorgen im Schwarzwald beginnt heiter und sonnig. Eine duftige Kollektion wunderbarer Farben ruft zu neuen Taten.

Morgendämmerung im Schwarzwald
Morgendämmerung im Schwarzwald

Aber nur auf diesem Bild von September 2011. Gerade habe ich zur Erbauung und zum schönen Montagmorgentagesbeginn eine Webcam mit aktuellem Bild aufgerufen. Ich wurde bitter enttäuscht. Dicker Nebel liegt über dem schwarzen Wald.

Von unten, aus dem Tal gesehen, hüllt sich der Schwarzwald in Wolken.

Annette von Droste-Hülshoff – Am vierten Sonntage nach Ostern

„Ich gehe zu Dem, der mich gesandt hat.“

Nicht eine Gnadenflamme hehr
Vor deinem Volke soll ich gehn;
Nein, ein versteinert Leben schwer
Wie Sodoms Säule muß ich stehn
Und um mich her
Die Irren träumend schwanken sehn.

Morgenrot

Und ob auch Öde mich umgibt,
Ob mich erstickt der Nebel fast,
Mir Wirbelsand die Augen trübt,
Doch weiß ich, daß mein Sinn dich faßt,
Daß er dich liebt,
Und daß du mich gesendet hast.

Den Lebenshauch halt ich von dir,
Unsterblich hast du mich gemacht;
Nicht Glut, nicht Dürre schadet mir.
Ich weiß, ich bin in deiner Wacht,
Und muß ich hier
Auch stehn wie ein Prophet der Nacht.

Ich hebe meine Stimme laut
Ein Wüstenherold für die Not:
„Wacht auf, ihr Träumer, aufgeschaut!
Am Himmel steigt das Morgenrot.
Nur aufgeschaut!
Nur nicht zurück, dort steht der Tod!

Nur aufgeschaut, nur nicht zurück!
Laßt Menschenweisheit hinter euch!
Sie ist der Tod; ihr schnödes Glück
Ist übertünchtem Grabe gleich.
O hebt den Blick!
Der Himmel ist so mild und reich.“

Könnt ich mein Auge heben nur,
Mein steinern Auge zu dem Blau:
Wie sög‘ ich aus der Himmelsflur
So liebekrank den milden Tau!
Doch hat Natur
Und Schuld verschlossen mir die Brau.

Ob nimmer sich die Rinde hebt?
Ach einmal, einmal muß es sein!
Wenn Sodoms Säule sich belebt,
Dann bricht auch meine Stunde ein,
Wenn es durchbebt
Den armen blutberaubten Stein.

Dann soll ich wissen, was ich bin,
Warum so todesstarr und matt;
Dann weiß ich, was den klaren Sinn
Getrieben zu der öden Statt;
Dann knie ich hin
Vor dem, der mich gesendet hat.

aus: Annette von Droste-Hülshoff – Das geistliche Jahr

Es geht auch ohne

Man muss nicht immer künstlichen Nebel einsetzen um stimmungsvolle Bilder zu zeigen. Es geht auch ohne.

Immer noch Schwarzwald, immer noch morgens, aber ein wenig später
Immer noch Schwarzwald, immer noch morgens, aber ein wenig später

Dieses Bild zeigt sehr anschaulich, wie schön unverfälschte Aufnahmen aus dem Schwarzwald sind. Gut, die Farben sind ein wenig aufgemöbelt, aber das war es schon.

Dunkle Regenwolken im Übergang zu schönem Wetter sprechen für sich.