Heute vor 10 Jahren – Papstmesse in Freiburg

Heute vor 10 Jahren fand endlich das Ereignis statt, auf das ich mich schon ein Jahr (Ankündigung des Papstbesuches im Herbst 2010) gefreut hatte: Papst Benedikt XVI. zelebriert die Messe in Freiburg.

Nach der Messe verfassten wir eine kleine Stellungnahme. Eine Woche später, wieder in Stuttgart, bin ich zum ersten Mal nach St. Albert zur Feier des Heiligen Messopfers im katholischen Ritus gegangen und seither jeden Sonntag. Insofern war die Papstmesse doch segensreich. Doch jetzt der damals verfasste Text (Bilder gab es damals in meinem Blog recht selten):

2 von 100 000

Endlich ist der Tag da. Der Große, auf den wir uns seit Monaten freuten. Wir feiern eine heilige Messe mit Papst Benedikt unserem Heiligen Vater, schlicht und liebevoll Benedetto genannt.

Früh morgens aufgestanden, um 7:30 am Shuttleplatz angekommen. (Wirklich) Freundliche Helfer weisen den Weg zu den Bussen, beschreiben den weiteren „roten“ Pilgerpfad, so dass nach Umsteigen in eine Straßenbahn, einer recht langen Fahrt durch Freiburg, wir an der Endstation ankommen.

Die Temperaturen sind durchaus frisch, so dass wohlgemut die 6 km Pilgerstrecke angegangen werden. Nichts anderes hatte das Erzbistum auch zugesagt. Auch, dass Alte und Gebrechliche nicht den Weg beschreiten sollen.

Bericht Murli

Nun ist die heilige Messe vorbei. Schön fand ich, dass 100.000 Menschen da waren, und somit dem Heiligen Vater bezeugten, dass Sie sich sehr über seinen Besuch in Deutschland freuen und ihn zu schätzen wissen. Es waren viele junge Leute unter den Pilgern. Also keineswegs ‚Kirche ist nur etwas für alte Omis’! Da können die Medien soviel hetzen wie sie wollen. Die lautstarke Begeisterung der Pilger, als der Heilige Vater mit dem Papamobile vorbeifuhr, strafte die Medien Lüge.

Traurig machte mich allerdings, dass wir von dem Altar kaum etwas sehen konnten und außerdem auf dem Boden saßen. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn während der Heiligen Messe um uns herum eine andächtige Stille geherrscht hätte. Leider war das nicht der Fall, sondern ständig gingen Leute vorüber. Es war ziemlich unruhig. Eine Helfer-Gruppe fiel mir sogar auf, die sich unterhielt und Schokolade aß. Schade!
Trotzdem ist es sehr gut, dass wir da waren. Wir konnten so dem Heiligen Vater unsere Verbundenheit zeigen. Die Predigt des heiligen Vaters war wunderschön und der Apostolische Segen ist wertvoll.

Bericht Freiburgbärin

Alte und gebrechliche sollten nicht die beschwerliche Pilgerstrecke auf sich nehmen, von alt und fett war nie die Rede. Angekommen, sollte bald das Papamobil an uns vorbei fahren, hatten wir doch einen Platz in B4, direkt an der Strecke des Papamobils, zugewiesen bekommen. Dann kam er, Papst Benedikt. In der Menschentraube (Berliner Predigt!) eingeschlossen, war gerade sein Kopf zu sehen, gerade zu erahnen, dass das Papamobil stehen blieb, um dem Papst Gelegenheit zu geben, ein Kleinkind zu segnen. Es war überwältigend.

Obwohl für 100 000 Plätze auf Bänken bereit gestellt wurden – wie das Erzbistum vollmundig verkündet hatte – fanden wir in dem uns zugewiesenen Areal B4 keinen einzigen Bankplatz. Missmanagement a`la Zollitsch’s Erzbistum eben.

Wir saßen also im Gras um uns herum wuselnde Aufgeregtheit, keine Spur davon, dass die heilige Messfeier begonnen hatte. Ein gerüttelt Maß an Schuld für diese Unruhe, kann auch diesem unsäglichen Konglomerat von Eingangsmusik geschuldet sein, einer schlecht geschüttelten Mixtur aus sakraler Musik und neumodischer Kirchenmusik, Stand 1972. (Vermutlich sollte sie den von der DBK angestoßenen Stühle-rücken-Dialog-Kreis darstellen)

Ein letzter Versuch in diesem Ameisenhaufen einen halbwegs vernünftigen Sitz zu bekommen, scheiterte an einem der „freundlichen“ Helfer: „Die Getränkekiste dürfen Sie nicht mitnehmen, Sie könnten sie als Wurfgeschoss benutzen!“ Fünf Minuten später saß dieser Terrorismusverhinderer – und etliche andere Helfer – ein paar Meter vor uns auf einer Getränkekiste.

Höhepunkt des Wortgottesdienstes war selbstverständlich die Predigt des Papstes. Glasklar kamen seine Worte aus den Lautsprechern, ein mahnender Aufruf an alle Katholiken in diesem unserem Land.

Feierlich besinnliche Stimmung kam in B4 auch während der Eucharistiefeier nicht auf. Picknick im Freien eben, wie einige rauchende und essende Pilger demonstrierten. Die Friedensgrußhändeschütteler waren aufdringlich wie immer, meinen Unwillen, dieses protestantische Ritual mitzumachen genügte nicht, penetrant winkten Hände vor meinem Gesicht und erst Murlis energisches „Nein!“ brachte sie zur Räson. Ich hätte sie bis zum jüngsten Gericht winken lassen.

Papst Benedikt hat zu Weihnachten 2010 angeordnet, dass bei Papstmessen die Kommunion würdig als Mundkommunion zu empfangen sei. In B4, und ich vermute im gesamten Erzbistum, war diese Anweisung nicht angekommen. Man lebt halt hinterm Mond. Murli und ich waren vermutlich die Einzigen, die die Mundkommunion empfangen haben. Der Rest: Widerstand gegen päpstliche Anordnung!

Schlimmer noch. Es war fast unmöglich, einen männlichen Kommunionspender zu finden. Ob der, wie es der Katechismus fordert, Priester oder Diakon war, ließ sich an seinem Konfektionsanzug nicht erkennen.

Als Resümee des Open-Air-Picknick möchte ich festhalten, dass es sehr wichtig war, für Papst Benedikt Flagge zu zeigen, die Mühsal und Tortur dieses Abschlussgottesdienstes auf sich zu nehmen, um zu zeigen:

Heiliger Vater, wir stehen zu Dir

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Fake-News! Hier? So ein Tinnef!!!

Gerade habe ich einen Kommentar einer anonym bleibenden Person erhalten, die behauptete ich verbreite Fake-News.

Morgendämmerung im Schwarzwald
Das beanstandete Bild!

Die anonyme Person sei heimisch und bewandert im Raum Freiburg-Konstanz und sie kenne die Stelle, von der aus das Foto gemacht sei, denn dort verweile sie ab und an und werfe einen Blick auf das Gehöft. Von daher sei sie prädestiniert, mir vorzuwerfen mein Bild „Morgendämmerung“ (vor-vorheriger Artikel) sei gefaked, die Sonne sei an der Position „Abenddämmerung“, also auf der falschen Seite.

Sonnenaufgang, der Echte
Sonnenaufgang, der Echte

Gut, habe ich mir gedacht, nachdem ich den beknackten Kommentar gelöscht hatte, wenn die Sonne an der falschen Seite ist, dann bringe ich sie eben an die richtige Seite. (Bild 2)

Bei mir wird nicht gefaked!

SO!

Anni Freiburgbärin von Huflattich

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Krippenstar-Irrsinn: Kopf ab!

Ich werde unterdrückt! Von Anni, diesem Teddybären. Vorgestern fragte sie mich, ob ich für Morgen, also für gestern von heute aus gesehen, einen Text auswendig lernen könne. Heute ist gestern vorbei und ich habe immer noch nicht meinen Auftritt gehabt. Jetzt reicht es mir.

Hähnchen schmollt!
Das Hähnchen schmollt!

Hier ist mein Text. Um den zu verstehen muss man wissen, dass Esel und Katze kommen und der Esel mich fragt: „Du schreist einem durch Mark und Bein, was hast du vor?“

Dann kommt mein Solo: „Die Hausfrau hat der Köchin befohlen, mir heute Abend den Kopf abzuschlagen. Morgen, am Sonntag, haben sie Gäste, da wollen sie mich in der Suppe essen. Nun schrei ich aus vollem Hals, solang ich noch kann.“

Mehr verrate ich nicht und Anni kann ihre Freiburger Tierstimmenimitatoren ohne mich aufführen.

Pff! Ich habe es nicht nötig, mich so verladen zu lassen.

Karriereende an der Krippe – alles ist besser, als Salami zu spielen

Es war einmal ein Mann, der hatte einen Esel, welcher schon lange Jahre unverdrossen die Säcke in die Mühle getragen hatte. Jedes Jahr zu Weihnachten durfte der Esel beim Krippenspiel den Esel spielen, denn er hatte eine wunderbare Sprech- und ein absolut herausragende Singstimme.

Esel mit Salami-Gen
Esel mit Salami-Gen als Freiburger Tierstimmenimitator – Der Beginn einer neuen Leidenschaft

Nun aber gingen die Kräfte des Esels zu Ende, das viele Rauchen hatte seiner Stimme gewaltig geschadet, so dass er zum Krippenspiel nicht mehr taugte. Da dachte der Herr daran, ihn wegzugeben, die Salamischlachterei um die Ecke schien ein geeigneter Ort für die weitere Karriere des Esels.

Aber der Esel merkte, dass sein Herr etwas Böses im Sinn hatte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Freiburg. Dort, so meinte er, könnte er ja mit seiner immer noch passablen Stimme Tierstimmenimitator werden.

Über den Hügeln und weit weg

Über den Hügeln des Schwarzwaldes, weit, weit weg, kommt erst einmal Freiburg, aber das werden wir rechts liegen lassen und uns weiter Richtung Schweiz begeben.

Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen
Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen gibt es Morgen Vanillepudding mit Apfelkompott

Dort, in den Bergen, werden wir uns häuslich niederlassen und dem Narrenhaus, das wir verließen, den … lassen wir das. Der alte Öhi serviert schöne frische Milch und abends gibt es lecker Ziegensteak.

Frederick Delius – Over the hills and far away

Es lebe der Dekadentismus! Hahaha!

Prost

Johann Peter Hebel – aus einem Schulheft anno 1965

Johann Peter Hebel wurde vor 200 Jahren in Basel geboren. Bekannt wurde er durch seine „Alemannischen Gedichte“. Seine Erzählungen und Gedichte sind in humorvoller Sprache geschriebene Dichtungen und regen meist zu tiefem Nachdenken an.

Notiz aus einem Schulheft, 4. Klasse, 1965, Freiburg – Haslach

Aus dieser Pforte schwappte die Bildung heraus
Aus dieser Pforte schwappte die Bildung heraus

Und heute? Sind Grundschüler der 4. Klasse anno 2020 in der Lage Hebel zu lesen – und zu verstehen?

Keine Ahnung. Heute ist Hebel eher Abiturniveau in Norddeutschland. Oder wie kommt es, dass in Hamburg, Bremen oder Berlin behauptet wird, die Schulbildung habe sich gebessert.

Hier eine schöne Kurzgeschichte von Johann Peter Hebel:

Kannitverstan

Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und Gundelfingen so gut als in Amsterdam Betrachtungen über den Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viel gebratene Tauben für ihn in der Luft herumfliegen. Aber auf dem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrtum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntnis.

Denn als er in diese große und reiche Handelsstadt voll prächtiger Häuser,wogender Schiffe und geschäftiger Menschen gekommen war, fiel ihm sogleich ein großes und schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft von Tuttlingen bis nach Amsterdam noch keines erlebt hatte. Lange betrachtete er mit Verwunderung dies kostbare Gebäude, die sechs Kamine auf dem Dach, die schönen Gesimse und die hohen Fenster, größer als an des Vaters Haus daheim die Tür. Endlich konnte er sich nicht entbrechen, einen Vorübergehenden anzureden.

„Guter Freund“, redete er ihn an, „könnt Ihr mir nicht sagen, wie der Herr heißt, dem dieses wunderschöne Haus gehört mit den Fenstern voll Tulipanen, Sternenblumen und Levkojen?“ – Der Mann aber, der vermutlich etwas Wichtigeres zu tun hatte und zum Unglück geradeso viel von der deutschen Sprache verstand als der Fragende von der holländischen, nämlich nichts, sagte kurz und schnauzig: „Kannitverstan“, und schnurrte vorüber. Dies war nur ein holländisches Wort oder drei, wenn man’s recht betrachtet, und heißt auf deutsch soviel als: Ich kann Euch nicht verstehn. Aber der gute Fremdling glaubte, es sei der Name des Mannes, nach dem er gefragt hatte. Das muss ein grundreicher Mann sein, der Herr Kannitverstan, dachte er und ging weiter.

Gaß aus Gaß ein kam er endlich an den Meerbusen, der da heißt: Het Ei, oder auf deutsch: das Ypsilon. Da stand nun Schiff an Schiff und Mastbaum an Mastbaum, und er wusste anfänglich nicht, wie er es mit seinen zwei einzigen Augen durchfechten werde, alle diese Merkwürdigkeiten genug zu sehen und zu betrachten, bis endlich ein großes Schiff seine Aufmerksamkeit an sich zog, das vor kurzem aus Ostindien angelangt war und jetzt eben ausgeladen wurde. Schon standen ganze Reihen von Kisten und Ballen auf- und nebeneinander am Lande. Noch immer wurden mehrere herausgewälzt und Fässer voll Zucker und Kaffee, voll Reis und Pfeffer und salveni Mausdreck darunter.

Als er aber lange zugesehen hatte, fragte er endlich einen, der eben eine Kiste auf der Achsel heraustrug, wie der glückliche Mann heiße, dem das Meer alle diese Waren an das Land bringe. „Kannitverstan“, war die Antwort. Da dacht er: Haha, schaut’s da heraus? Kein Wunder, wem das Meer solche Reichtümer an das Land schwemmt, der hat gut solche Häuser in die Welt stellen und solcherlei Tulipanen vor die Fenster in vergoldeten Scherben.

Jetzt ging er wieder zurück und stellte eine recht traurige Betrachtung bei sich selbst an, was er für ein armer Teufel sei unter so viel reichen Leuten in der Welt. Aber als er eben dachte: Wenn ich’s doch nur auch einmal so gut bekäme, wie dieser Herr Kannitverstan es hat, kam er um eine Ecke und erblickte einen großen Leichenzug. Vier schwarz vermummte Pferde zogen einen ebenfalls schwarz überzogenen Leichenwagen langsam und traurig, als ob sie wüßten, dass sie einen Toten in seine Ruhe führten. Ein langer Zug von Freunden und Bekannten des Verstorbenen folgte nach, Paar und Paar, verhüllt in schwarze Mäntel und stumm. In der Ferne läutete ein einsames Glöcklein. Jetzt ergriff unsern Fremdling ein wehmütiges Gefühl, das an keinem guten Menschen vorübergeht, wenn er eine Leiche sieht, und blieb mit dem Hut in den Händen andächtig stehen, bis alles vorüber war.

Doch machte er sich an den letzten vom Zug, der eben in der Stille ausrechnete, was er an seiner Baumwolle gewinnen könnte, wenn der Zentner um 10 Gulden aufschlüge, ergriff ihn sachte am Mantel und bat ihn treuherzig um Exküse. „Das muss wohl auch ein guter Freund von Euch gewesen sein“, sagte er, „dem das Glöcklein läutet, dass Ihr so betrübt und nachdenklich mitgeht.“ „Kannitverstan!“ war die Antwort.

Da fielen unserm guten Tuttlinger ein paar große Tränen aus den Augen, und es ward ihm auf einmal schwer und wieder leicht ums Herz. „Armer Kannitverstan“, rief er aus, „was hast du nun von allem deinem Reichtum? Was ich einst von meiner Armut auch bekomme: ein Totenkleid und ein Leintuch und von allen deinen schönen Blumen vielleicht einen Rosmarin auf die kalte Brust oder eine Raute.“

Mit diesem Gedanken begleitete er die Leiche, als wenn er dazu gehörte, bis ans Grab, sah den vermeinten Herrn Kannitverstan hinabsenken in seine Ruhestätte und ward von der holländischen Leichenpredigt, von der er kein Wort verstand, mehr gerührt als von mancher deutschen, auf die er nicht achtgab. Endlich ging er leichten Herzens mit den andern wieder fort, verzehrte in einer Herberge, wo man Deutsch verstand, mit gutem Appetit ein Stück Limburger Käse, und wenn es ihm wieder einmal schwer fallen wollte, dass so viele Leute in der Welt so reich seien und er so arm, so dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff und an sein enges Grab.

Die Seele aus dem Fegfeuer springt

Jetzt ist die Chance da. Die Zeit etwas für die Verstorbenen zu tun. Den Ablass gibt es acht Tage lang fast gratis. Wohlgemerkt: Den Ablass für Verstorbene.

Grabkreuz
Grabkreuz, gesehen auf dem alten Friedhof Freiburg

Vom 1. bis zum 8. November kann täglich einmal ein vollkommener Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden.

Voraussetzungen für die Ablassgewinnung sind:

1. Die Beichte. Eine reicht für mehrere vollkommene Ablässe, aber die entschlossene Abkehr von jeder Sünde muss gegeben sein.

Also: 1 x Beichten und Ablässe für Oma, Opa, Tante Marta, Julia und Onkel Heinz, dem dummen Hund, zu erlangen. (Drei vollkommene Ablässe sind in diesem Beispiel noch möglich)

2. Der Empfang der Heiligen Kommunion. Die kann nur einmal am Tag empfangen werden, deshalb sind maximal acht vollkommene Ablässe möglich.

3. Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters, also „Vater unser“, „Gegrüßet seist Du Maria“ usw.

Jetzt kommt der Clou, damit der Ablass richtig zur Wirkung kommt:

Besuch einer Kirche oder öffentlichen Kirche, Gebet des Herrn und Glaubensbekenntnis an Allerseelen (bzw. Allerheiligen ab 12:00)

oder

vom 1. bis zum 8. November: Friedhofsbesuch und Gebet für die Verstorbenen.

So! Der Clou ist so raffiniert, dass ich ihn nicht verstehe. Ich mache es einfach wie angegeben und dann wird der Ablass schon gegeben werden. Beim Clou gibt es noch Teilablässe. Welche Bedingungen da erfüllt seinen müssen, bzw. nicht erfüllt sein müssen, verstehe ich erst recht nicht.

Ich muss ja nicht alles verstehen, Hauptsache es funktioniert.

Freiburger Spaziergang

Und so flanierten wir in Freiburg über die Carl-Kistner Straße.

Der Ökosozialistische Grauschleier
Der Ökosozialistische Grauschleier über Freiburgs Carl-Kistner Straße

Alles war düster, alles war grau. Schauerlich.

So darf es nicht weiter gehen, sagte ich, der grüne Sozialismus muss weg! Farbe muss her.

Und so geschah es.

Das gleiche Bild
Das gleiche Bild in traditionellem katholisch bunt.
Spitzweg läßt grüßen.

In memoriam Pro Spe Salutis, dem schweigsam gewordenen Andreas.

Tödliche Leidenschaft

Denn da wir im Fleische waren, waren die durch das Gesetz erregten sündhaften Leidenschaften wirksam in unsern Gliedern, so dass sie für den Tod Frucht brachten.

Gesehen auf dem alten Friedhof Freiburg
Gesehen auf dem alten Friedhof Freiburg

Jetzt aber sind wir von dem Gesetze des Todes, in welchem wir festgehalten wurden, befreit, so dass wir in Neuheit des Geistes und nicht nach dem alten Buchstaben dienen.

Röm 7. 5,6

In dem Stande, in dem der Mensch aus Adam als Kind des göttlichen Zornes hervorgeht, also im Stande des alten, der Herrschaft der Sünde und des Gesetzes unterworfenen Menschen. Das Gesetz gab keine Kraft, die Leidenschaft zu besiegen und vor dem zu bewahren, wonach diese strebten, den Sünden. Die Leidenschaften streben nach Befriedigung, diese liegt in der Sünde, der Lohn der Sünde aber ist der Tod; also streben die Leidenschaften darnach, für den Tod Früchte einzunehmen.

November – Monat der Toten

Der November steht ganz im Zeichen der Verstorbenen. Allerheiligen und Allerseelen eröffnen den Monat, in den ersten acht Tagen ist es möglich, für die armen Seelen im Fegefeuer einen vollständigen, oder einen Teilablass zu erwirken.

Der alte Friedhof in Freiburg ist ein sehr schöner, denkmalgeschützter Friedhof, ein Ort der Stille und der Ruhe. Prächtige Grabsteine zieren die Gräber. In diesem Monat werde ich ab und zu Bilder von Grabsteinen veröffentlichen.

Das Kindergrab der Caroline Walter
Das Kindergrab der Caroline Walter

Den Anfang macht das Kindergrab von Caroline Walter, es wird heute noch von Unbekannten geschmückt, jeden Tag, seit fast 150 Jahren.

Zu Füßen ist eine Tafel angebracht, worauf steht:

„Dieses Denkmal widmet Selma Schleip geb .Walter ihrer einzigen Schwester Caroline Christine Walter von Opfingen“

Die letzten Zeilen der Inschrift sind nicht mehr zu entziffern. Hier gibt es eine Abschrift einer Tagebuchaufzeichnung, in der die anrührende Geschichte der Caroline Christine Walter in knappen Worten erzählt ist. Von dort ist auch diese Information. Die mittlerweile verwitterten letzten Zeilen:

geb…. gest.19.August 1867″ (1850 ? ) (17 Jahre alt )