Aktennotiz – Die Hölle existiert nicht

Vorhin habe ich ein kurzes Gespräch mit einem Katholiken gehabt. Die Hölle sei Quatsch, sagte er, sie existiert gar nicht und wenn, dann sei sie leer.

Alter Friedhof Freiburg
Es gibt ein Leben nach dem Tod. Jetzt für das Beste vorsorgen!

Ich kenne diese Argumentation. Was aber sei, frage ich deshalb zurück, wenn die Hölle doch existiert und das ewige Leben darin schlimmer als dein schlimmster Albtraum sei?

Ich scheine einen wunden Punkt getroffen zu haben. Mein Gegenüber bekommt plötzlich Schweißausbrüche und seine Bewegungen werden fahrig.

Sein schlimmster Albtraum sei, sagt er mit gepresster Stimme, zum Synodalen Weg mit Papst und hohen Kardinälen eingeladen zu sein, und dann kein einziges Wort herauszubekommen, dabei habe er soviel zu erzählen.

Ich habe dann noch versucht ihn zu trösten, habe im versichert, er werde bestimmt mit dem Papst und den Kardinälen in den siebten Klimahimmel kommen und ganz dolle Reden schwingen. Aber meine Aufmunterung schlug fehl.

Ich bin dann gegangen und habe einen ziemlich trübsinnigen hoffnungs- und trostlosen Katholiken zurückgelassen.

Ich habe mir wenig später ein BigMäc-Menü gekauft und es mir gut schmecken lassen.

Tödliche Leidenschaft

Denn da wir im Fleische waren, waren die durch das Gesetz erregten sündhaften Leidenschaften wirksam in unsern Gliedern, so dass sie für den Tod Frucht brachten.

Gesehen auf dem alten Friedhof Freiburg
Gesehen auf dem alten Friedhof Freiburg

Jetzt aber sind wir von dem Gesetze des Todes, in welchem wir festgehalten wurden, befreit, so dass wir in Neuheit des Geistes und nicht nach dem alten Buchstaben dienen.

Röm 7. 5,6

In dem Stande, in dem der Mensch aus Adam als Kind des göttlichen Zornes hervorgeht, also im Stande des alten, der Herrschaft der Sünde und des Gesetzes unterworfenen Menschen. Das Gesetz gab keine Kraft, die Leidenschaft zu besiegen und vor dem zu bewahren, wonach diese strebten, den Sünden. Die Leidenschaften streben nach Befriedigung, diese liegt in der Sünde, der Lohn der Sünde aber ist der Tod; also streben die Leidenschaften darnach, für den Tod Früchte einzunehmen.

Annette von Droste-Hülshoff – Am Allerseelentage

„Es kömmt die Stunde, in welcher Alle,
die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes
Gottes hören werden“
Die Stunde kömmt, wo Tote gehn,
Wo längst vermorschte Augen sehn.
O Stunde, Stunde, größte aller Stunden,
Du bist bei mir und läßt mich nicht,
Ich bin bei dir in strenger Pflicht,
Dir atm‘ ich auf, dir bluten meine Wunden!

Alter Friedhof Freiburg

Entsetzlich bist du, und doch wert;
Ja meine ganze Seele kehrt
Zu dir sich, in des Lebens Nacht und Irren
Mein fest Asyl, mein Burggebiet
Zu dem die zähe Hoffnung flieht,
Wenn Angst und Grübeln wie Gespenster irren.

Wüßt‘ ich es nicht, daß du gewiß
In jener Räume Finsternis
Liegst schlummernd wie ein Embryo verborgen,
Dann möcht‘ ich schaudernd mein Gesicht
Verbergen vor der Sonne Licht,
Vergehn wie Regenlache vor dem Morgen.

Verkennung nicht treibt mich zu dir;
Mild ist die strengste Stimme mir,
Nimmt meine Heller und gibt Millionen.
Nein, wo mir Unrecht je geschehn,
Da ward mir wohl, da fühlt‘ ich wehn
Dein leises Atmen durch der Zeit Äonen.

Doch Liebe, Ehre treibt mich fort
Zu dir als meinem letzten Port,
Wo klar mein Grabesinnre wird erscheinen.
Dann auf der rechten Waage mag
Sich türmen meine Schuld und Schmach
Und zitternd nahn mein Kämpfen und mein Weinen.

Vor dir ich sollte Trostes bar
Zergehen wie ein Schatten gar;
Doch anders ist es ohne mein Verschulden.
Zu dir als zu dem höchsten Glück
Wie unbeweglich starrt der Blick,
Und kaum, kaum mag die Zögerung ich dulden.

Doch da sich einmal Hoffnung regt,
So wird die Hand, die sie gelegt
In dieses Busens fabelgleichen Boden,
Sie wird den Keim, der willenlos
Und keinem Übermut entsproß,
Nicht wie ein Unkraut aus dem Grunde roden.

Wenn kömmt die Zeit, wenn niederfällt
Der Flitter, den gelegt die Welt,
Talent und Glück, ums hagere Gerippe:
Da steht der Bettler, schaut ihn an!
Dann ist die Zeit, um Gnade dann
Darf zitternd flehen des Verarmten Lippe.

Dann macht nicht schamrot mich ein Tand,
Dann hat gestellt die rechte Hand
Mich tief und ärmlich, wie ich es verdienet,
Dann trifft mich wie ein Dolchstoß nicht
Hinfort ein Aug‘ voll Liebeslicht:
Ich bin erniedriget und bin gesühnet.

aus: Annette von Droste-Hülshoff – Das geistliche Jahr

Ablässe an Allerheiligen und Allerseelen

Friedhofsablaß (1.- 8. November):

Alter Friedhof Freiburg
Alter Friedhof Freiburg

Ein vollkommener Ablaß, der nur den Seelen im Fegfeuer zugewandt werden kann, wird unter den gewöhnlichen Bedingungen (siehe unten) demjenigen Christgläubigen an jedem Tag vom 1 – 8. November gewährt, der einen Friedhof andächtig besucht und zumindest still für die Verstorbenen betet.

Allerseelenablaß (2. November):

Ein vollkommener Ablaß, der nur den Seelen im Fegfeuer zugewandt werden kann, wird unter den gewöhnlichen Bedingungen (siehe unten) demjenigen Christgläubigen gewährt am Allerseelentag (einschließlich 1.11. ab 12 Uhr), wenn er eine Kirche oder Kapelle besucht und dort das Vaterunser und Glaubensbekenntnis betet.

Die gewöhnlichen Bedingungen, einen vollkommenen Ablaß zu gewinnen sind:

1. Sein im Gnadenstand sowie Freisein von jeglicher Anhänglichkeit an jede, auch die läßliche Sünde;
2. sakramentale Beichte;
3. Empfang der heiligen Kommunion;
4. Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters.

Der Empfang der sakramentalen Beichte kann auch bis etwa zwei Wochen vor oder nach dem Ablaßwerk erfolgen.
Fehlt eine dieser Bedingungen, so wird ein Teilablaß gewonnen.
Wer verhindert ist, eine Kirche oder einen Friedhof zu besuchen (z.B. wegen Krankheit oder Gebrechlichkeit) kann auch Zuhause die Ablässe gewinnen.

Quelle: Priesterbruderschaft St. Petrus, Stuttgart-Zuffenhausen