Aktennotiz – Die Hölle existiert nicht

Vorhin habe ich ein kurzes Gespräch mit einem Katholiken gehabt. Die Hölle sei Quatsch, sagte er, sie existiert gar nicht und wenn, dann sei sie leer.

Alter Friedhof Freiburg
Es gibt ein Leben nach dem Tod. Jetzt für das Beste vorsorgen!

Ich kenne diese Argumentation. Was aber sei, frage ich deshalb zurück, wenn die Hölle doch existiert und das ewige Leben darin schlimmer als dein schlimmster Albtraum sei?

Ich scheine einen wunden Punkt getroffen zu haben. Mein Gegenüber bekommt plötzlich Schweißausbrüche und seine Bewegungen werden fahrig.

Sein schlimmster Albtraum sei, sagt er mit gepresster Stimme, zum Synodalen Weg mit Papst und hohen Kardinälen eingeladen zu sein, und dann kein einziges Wort herauszubekommen, dabei habe er soviel zu erzählen.

Ich habe dann noch versucht ihn zu trösten, habe im versichert, er werde bestimmt mit dem Papst und den Kardinälen in den siebten Klimahimmel kommen und ganz dolle Reden schwingen. Aber meine Aufmunterung schlug fehl.

Ich bin dann gegangen und habe einen ziemlich trübsinnigen hoffnungs- und trostlosen Katholiken zurückgelassen.

Ich habe mir wenig später ein BigMäc-Menü gekauft und es mir gut schmecken lassen.

Die Seele aus dem Fegfeuer springt

Jetzt ist die Chance da. Die Zeit etwas für die Verstorbenen zu tun. Den Ablass gibt es acht Tage lang fast gratis. Wohlgemerkt: Den Ablass für Verstorbene.

Grabkreuz
Grabkreuz, gesehen auf dem alten Friedhof Freiburg

Vom 1. bis zum 8. November kann täglich einmal ein vollkommener Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden.

Voraussetzungen für die Ablassgewinnung sind:

1. Die Beichte. Eine reicht für mehrere vollkommene Ablässe, aber die entschlossene Abkehr von jeder Sünde muss gegeben sein.

Also: 1 x Beichten und Ablässe für Oma, Opa, Tante Marta, Julia und Onkel Heinz, dem dummen Hund, zu erlangen. (Drei vollkommene Ablässe sind in diesem Beispiel noch möglich)

2. Der Empfang der Heiligen Kommunion. Die kann nur einmal am Tag empfangen werden, deshalb sind maximal acht vollkommene Ablässe möglich.

3. Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters, also „Vater unser“, „Gegrüßet seist Du Maria“ usw.

Jetzt kommt der Clou, damit der Ablass richtig zur Wirkung kommt:

Besuch einer Kirche oder öffentlichen Kirche, Gebet des Herrn und Glaubensbekenntnis an Allerseelen (bzw. Allerheiligen ab 12:00)

oder

vom 1. bis zum 8. November: Friedhofsbesuch und Gebet für die Verstorbenen.

So! Der Clou ist so raffiniert, dass ich ihn nicht verstehe. Ich mache es einfach wie angegeben und dann wird der Ablass schon gegeben werden. Beim Clou gibt es noch Teilablässe. Welche Bedingungen da erfüllt seinen müssen, bzw. nicht erfüllt sein müssen, verstehe ich erst recht nicht.

Ich muss ja nicht alles verstehen, Hauptsache es funktioniert.