Der gute Rat zum Jahreswechsel

Wer immer aus irgendwelchen Gründen dem Jahr 2020 nachtrauert: Keine Panik!

Schwan im Rosensteinpark
2021: Kein Grund in Panik zu verfallen und sich ins Wasser zu stürzen, die Brühe ist trübe

Das Jahr 2021 steht vor der Tür.

Es kann nur schlimmer werden.

Liebe Grüße

Anni Freiburgbärin von Huflattich

ps Probier’s mal mit Gottvertrauen!

Der gute Nacht Horror am letzten Tag des Jahres

Ein feines Ballett hat im Jahr 2020 das Licht der Welt erblickt und erfreut mit maschineller Präzision das Internet.

Winter
Do you love it? Winter wie er mir gefällt, inklusive verbotenem Feuerwerk

Niedliche Roboter tanzen zu verzückenden Rhythmen. Kein Kommentar.


Do You Love Me? – Boston Dynamics

Wohl bekomm’s. Der Transhumanismus lässt grüßen.

Mussorgski, Bilder einer Ausstellung; Das große Tor von Kiew

Das große Tor von Kiew

Das Tor von Kiew
Das Tor von Kiew mit Wucherer, gemalt nach einer Idee von mir

bezieht sich auf den zeichnerischen Entwurf für ein Stadttor mit Glockenturm und einer kleinen Kirche im Innern.

Durch ein vollgriffiges und durch Bassvorschläge „gewichtig“ gestaltetes Thema beschreibt Mussorgski die majestätische Größe des Tores.

Der sakrale Aspekt wird durch zwei eingeschobene Episoden im vierstimmigen Choralsatz angedeutet. Glockenartige Akkorde im Bass schaukeln sich zu einem reichhaltigen Geläute auf.

Volker Hartung, Kölner, Jahrgang 1955, traf 1976 auf Erich Kluge, den Gründer der Jungen Philharmonie Köln, die er zusammen mit ihm zum Symphonieorchester aufbaute.

Seit 1986 ist er ihr Leiter.

Live aus der Hamburger Laeiszhalle:

Volker Hartung dirigiert die Junge Philharmonie Köln in Mussorgsky/Ravel’s ‚Bilder einer Ausstellung‘

Ziemlich intelligente Vögel

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sind Raben und Krähen die Vögel mit der größten Intelligenz. Beispielsweise zeigen sie in Experimenten die Fähigkeit, komplexe Handlungen im Voraus zu planen.

Die Krähe
Die Krähe

Damit stellen Krähen Politiker in den Schatten, da diese Subspezies Mensch noch nicht einmal das Denken erfunden hat. Sinnfällige Sprüche wie „eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ kennen Politiker schon.

kein Sinnbild unser Politiker
kein Sinnbild unser Politiker

Beim Verstecken von Futter zeigen sie sowohl große Merkleistungen als auch die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Ein Rabe scheint zu wissen, dass ein Futterversteck nur dann sicher ist, wenn er beim Verstecken nicht beobachtet wird. Auf Eichhörnchen trifft das nur bedingt bis gar nicht zu.

Der Weihnachtsstern

Dieser Weihnachtsstern fällt aus dem Rahmen. Anstatt nach zwei Wochen wie ein Reisigbesen auszusehen, dreht er uns eine (imaginäre) Nase und steht voll im Blatt.

Weihnachtsstern
Dieser Weihnachtsstern verhält sich artuntypisch

Vielleicht freut sich der Weihnachtsstern, weil er als Weihnachtstern ver- und gekauft wurde (und nicht als Liebesstern!) und hält seine Blätter an sich, vielleicht, und das scheint wahrscheinlicher, ist der Weihnachtsstern auch nur ein klein wenig stolz darauf, der erste Weihnachtstern an unserem  Hausaltärchen zu sein.

Wer weiß?

25 Gründe sein Kind zu ermorden

Herodes, der machtbesessene Despot, hatte alle Neugeborenen in Bethlehem ermorden lassen, weil unter diesen Kindern der König der Juden sei. Heute sind wir viel fortschrittlicher. Macht als Alleinstellungsmotiv zur Kindestötung ist doch billig.

Ruine
Die Kirche scheint den Kampf gegen den Kindermord aufgegeben zu haben.

101.209 Kindestötungen in Deutschland im Jahr 2017, 100.893 im Jahr 2019, über 100 000 jedes Jahr, zeigen, dass diese Selbsttötung der Deutschen Riesenfortschritte macht. Jahr für Jahr. Wir machen uns tot.

Trotzdem: Hier sind 25 exquisite Gründe sein Kind zu ermorden:

1.) Mein Bauch gehört mir, und da bestimme ich ganz alleine drüber!

2.) Der Embryo ist doch nur ein Zellklumpen der erst noch zu einem Mensch werden muss. Er ist nicht, was er erst wird. So wie eine Raupe noch kein Schmetterling ist.

3.) Gegen Abtreibung zu sein, ist einfach nur frauenfeindlich!

4.) Das Kind im Mutterleib ist noch kein vollständiger Mensch. Dazu fehlt ihm noch das echte „Person-Sein“!

5.) Da das Ungeborene Kind nicht selbständig lebensfähig ist, und von einer bestimmten Person (Mutter) direkt abhängig ist, ist es auch nicht mit einem Menschen gleichzusetzen!

6.) Selbst die Natur selektiert mit Hilfe von Fehlgeburten. Somit tut man bei Abtreibung im Prinzip nur etwas, was auch die Natur macht!
7.) Aber, viele Frauen sind ja auch durch Vergewaltigung schwanger geworden!

8.) Wohin mit dem Kind? Ich gehe noch zur Schule, bin im Studium, in der Lehre, im Beruf. Ich kann kein Kind gebrauchen!

9.) Abtreibung ist ok, wenn das Baby behindert zur Welt kommen soll!

10.) Es gibt doch die schonende Abtreibungspille Mifegyne!

11.) Eine Abtreibung ist eine bequeme Lösung: Nach kurzer Zeit ist alles vorbei, und dann geht das Leben wieder seinen normalen Gang!

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Eifersucht, Herrschsucht, Kindermord

Die grausame Eifersucht des Herodes ist ein Musterbeispiel dafür, wohin eine heftige Leidenschaft den Menschen bringen kann.

gemordet

Er fürchtete, dass der König, von dem die drei Weisen gesprochen hatten, ihm seinen Thron rauben könne. Als sie nicht zu ihm zurückkehrten, wuchs sein Argwohn noch mehr. Er befahl in seiner unerhörten Grausamkeit, in Bethlehem und in der ganzen Umgebung alle Knaben von zwei Jahren und darunter zu ermorden (Mt 2,12-16).
„Eifersucht, Herrschsucht, Kindermord“ weiterlesen

Die houdinische Wendehalsgans

Die houdinische Wendehalsgans ist ein ganz besonderes Exemplar der Gänsevögel.

Die houdinische Wendehalsgans
Die houdinische Wendehalsgans sieht nur oberflächlich betrachtet wie eine Nilgans aus.

Tapfer und unerschrocken weicht sie jedem Kampf aus. So hat sie bis zum heutigen Tag ihr Überleben gesichert.

Doch das könnte bald Geschichte sein. Neben dem Waschbär gilt die houdinische Wendehalsgans als gefährliche invasive Art und muss ausgerottet werden.

Annette von Droste-Hülshoff – Am Sonntage nach Weihnachten

„Das Kind aber wuchs heran und ward
gestärket, voll der Weisheit, und Gottes
Gnade war mit ihm“

Am Sonntag nach Weihnacht
Am Sonntag nach Weihnacht

An Jahren reif und an Geschicke
Blieb ich ein Kind vor Gottes Augen,
Ein schlimmes Kind voll schwacher Tücke,
Die selber mir zu schaden taugen.
Nicht hat Erfahrung mich bereichert;
Wüst ist mein Kopf, der Busen leer;
Ach keine Frucht hab‘ ich gespeichert
Und schau auch keine Saaten mehr!

Ging so die teure Zeit verloren,
Die über Hoffen zugegeben
Dem Wesen, was noch kaum geboren
Schon schmerzlich kämpfte um sein Leben:
Ich, die den Tod seit Jahren fühle
Sich langsam nagend bis ans Herz,
Weh‘ mir, ich treibe Kinderspiele,
Als sei der Sarg ein Mummenscherz!

In siechen Kindes Haupte dämmert
Das unverstandene Missbehagen;
So, wenn der Grabwurm lauter hämmert,
Fühl‘ bänger ich die Pulse schlagen.
Dann bricht hervor das matte Stöhnen,
Der kranke, schmerzgedämpfte Schrei;
Ich lange mit des Wurmes Dehnen
Sehnsüchtig nach der Arznei.

Doch wenn ein frischer Hauch die welke,
Todsieche Nessel hat berühret,
Dann hält sie sich wie Ros‘ und Nelke
Und meint sich königlich gezieret.
O Leichtsinn, Leichtsinn sonder Gleichen,
Als ob kein Seufzer ihn gestört!
Und doch muß ich vor Gram erbleichen,
Durch meine Seele ging ein Schwert.

Wer mußt‘ so vieles Leid erfahren
An Körpernot und Seelenleiden
Und dennoch in so langen Jahren
Sich von der Welt nicht mochte scheiden:
Ob er als Frevler sich dem Rade,
Als Tor geselle sich dem Spott,
O sei barmherzig, ew’ge Gnade,
Richt ihn als Toren, milder Gott!

Du hast sein siedend Hirn gebildet,
Der Nerven rastlos flatternd Spielen
Nicht von gesundem Blut geschildet,
Weißt seine dumpfe Angst zu fühlen,
Wenn er sich windet unter Schlingen,
Zu mächtig ihm und doch verhaßt,
Er gern ein Opfer möchte bringen,
Wenn es nur seine Hand erfaßt‘.

Was Sünde war, du wirst es richten,
Und meine Strafe muß ich tragen;
Und was Verwirrung, wirst du schlichten,
Weit gnäd’ger, als ich dürfte sagen.
Wenn klar das Haupt, die Fäden löser,
Was dann mein Teil, ich weiß es nicht;
Jetzt kann ich stammeln nur: „Erlöser,
Ich gebe mich in dein Gericht!“

aus: Annette von Droste-Hülshoff – Das geistliche Jahr

Krippenstar? Ohne mich!

Ich bin ein Hund in den besten Jahren. Voll auf Draht, wie man so sagt. Mein Herrchen ist ein klasse Kumpel, auf den lasse ich nichts kommen und er nicht auf mich. Da passt kein Blatt Papier zwischen Herrchen und mir.

So eine dämliche Geschichte, ist höchstens für Katzen, diesem unnützen Pack, gut
So eine dämliche Geschichte, ist höchstens für Katzen, diesem unnützen Pack, gut

Dann kommt Anni, diese verrückte Teddybärin, und macht mir ein Angebot. Ich solle einen verlausten alten Köter spielen, der zeigt, dass man auch noch alt und klapprig zu etwas nütze ist. Oder so ähnlich war der Text. Ich habe das Angebot kategorisch abgelehnt. Mir passiert so etwas nicht. Also wie in Annis Geschichte. Versprochen.

Die Geschichte war ziemlich dämlich. Sie ging ungefähr so:

Da fand der Esel einen Jagdhund am Wege liegen, der jämmerlich heulte. „Warum heulst du denn so, Packan?“ fragte der Esel.

„Ach“, sagte der Hund, „weil ich alt bin, jeden Tag schwächer werde und auch nicht mehr auf die Jagd kann, wollte mich mein Herr totschießen. Da hab ich Reißaus genommen. Aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?“

„Weißt du, was“, sprach der Esel, „ich gehe nach Freiburg und werde dort Tierstimmenimitator. Komm mit mir und lass dich auch bei Film, Funk und Fernsehn annehmen. Ich imitiere Pferde, und du schnatternde Enten.“ Der Hund war einverstanden, und sie gingen mitsammen weiter.
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