Annette von Droste-Hülshoff – Am Palmsonntage

Der Morgentau will steigen;
Sind denn die Palmen grün?
Auf, laßt mit hellen Zweigen
Uns ihm entgegen ziehn!
Er will in unser Haus,
In unsre Kammern kommen;
Schon ziehen rings die Frommen
Mit Lobgesang heraus.

Blumenmeer

Ich kann nicht mit euch gehen,
Mir ist der Odem schwer;
Die Kreuzesfahnen wehen,
Ich folge nimmermehr.
Wie wird so klar die Luft?
O Jesu, süße Helle,
Du kömmst in meine Zelle,
In meine Modergruft!

Was soll ich dir bereiten,
Du wunderlieber Gast?
Ich möchte dich verleiten
Zu langer Liebesrast.
Wohlan, ich schmücke dich,
Will dich mit Blumen binden;
Du sollst dich nicht entwinden,
Das weiß ich sicherlich.

Aus deiner Mutter Rechten
Will ich um deinen Fuß
Die reine Lilie flechten
Mit demutsvollem Gruß.
Daß ich dich feßle ganz
Mit Liebesblumenringen,
Will um dein Haupt ich schlingen
Den heil’gen Rosenkranz.

Den Boden will ich streuen
Mit Palmen ganz und gar,
Mein Leiden dir zu weihen,
Was ich in diesem Jahr
Oft still, oft schwerer trug.
Es liegt zu deinen Füßen,
Es soll mich nicht verdrießen,
Dein Will‘ ist mir genug!

Wie soll ich mich doch finden
In deine Liebesmacht,
Daß du an meine Sünden
So gar nicht hast gedacht!
Ich lasse nicht von dir,
Mußt du gleich wieder scheiden.
Ich fühl‘ es wohl in Freuden,
Du kömmst noch oft zu mir.

aus: Annette von Droste-Hülshoff – Das geistliche Jahr

Annette von Droste-Hülshoff – Am Aschermittwoch

Auf meiner Stirn dies Kreuz
Von Asche grau:
O schnöder Lebensreiz,
Wie bist du schlau
Uns zu betrügen!
Mit Farben hell und bunt,
Mit Weiß und Rot
Deckst du des Moders Grund;
Dann kömmt der Tod
Und straft dich Lügen.

Was am Ende bleibt

Und wer es nicht bedacht
Und wohl gewußt,
Sein Leben hingelacht
In eitler Lust,
Der muß dann weinen;
Er achtet nicht was lieb;
Und was ihm wert,
Das flieht ihn wie ein Dieb,
Fällt ab zu Erd‘
Und zu Gebeinen.

Was schmückt sich denn so hold
In bunter Seid‘?
Was tritt einher in Gold
Und Perlgeschmeid‘?
O Herr! ich hasche
Nach Allem, was nicht gut,
Nach Wahn und Traum,
Und hänge Erd‘ und Blut
Und Meeresschaum
Um bunte Asche.

Was wird so heiß geliebt?
Was legt in Band,
Ob’s gleich nur Schmerzen gibt,
Sinn und Verstand?
O Herr, verzeihe!
Die Seele minnt man nicht,
Die edle Braut,
Und wagt um ein Gesicht,
Aus Staub gebaut,
Die ew’ge Reue!

Stellt ein Geripp‘ sich dar
Vor meinem Blick,
So sträubt sich mir das Haar;
Ich fahr‘ zurück
Vor dem, was ich einst bleibe,
Und werd‘ es selber noch,
Und weiß es schon,
Und trag‘ es selber doch
Zu bitterm Hohn
Im eignen Leibe!

Fühl‘ ich des Pulses Schlag
In meiner Hand,
Worüber sinn ich nach?
O leerer Tand:
Ob ich gesunde!
Und denke nicht betört,
Daß für und für
Ein jeder Pulsschlag zehrt
Am Leben mir,
Schlägt Todeswunde!

Du schnöder Körper, der
Mich oft verführt,
Mit Welt und Sünde schwer
Mein Herz gerührt,
Noch hast du Leben!
Bald liegst du starr wie Eis,
Der Würmer Spott,
Den Elementen preis;
O möge Gott
Die Seele heben!

aus: Annette von Droste-Hülshoff – Das geistliche Jahr

St Albert, Neujahr 2021

St Albert hat keinen Hochaltar. Leider. Aber wie man auf diesem Bild leicht erkennen kann, ist der Altar in St Albert sehr schön geschmückt.

Altar in St Albert
Der Altar in St Albert zu Neujahr 2021

Wie ein Hochaltar. In der Mitte thronen der Tabernakel und Jesus am Kreuz. So soll ein Hochaltar aussehen.

Altar in St Albert, 2016
2016 sah der Altar in St Albert so aus.

Vor einigen Jahren, Neujahr 2016, sah der Altar in St Albert noch ganz anders aus.

Corona sei Dank – St. Albert, Stuttgart, erblüht

Heute ist Pfingsten und Pfingsten war in den Jahren vor Corona recht zwiespältig. Zum einen ist Pfingsten der Geburtstag der Kirche. Das ist das gute Ereignis.

Kahler Altarraum im August 2019
Kahler Altarraum im August 2019 – Der übliche Anblick des Altarraums

Zum anderen waren spätestens ab Pfingsten in St. Albert alle weiteren „Schmuckstücke“ der Kirchenverschönerung entfernt.

Der Corona-Altarraum
Heute ist der Altarraum sehr schön geschmückt – hoffentlich bleibt er das recht lang.

Die rechte Seite der Kirche war trist und kahl, der klotzige Ambo die einzige Erhebung in marmorner Kahlheit.

Der Seitenaltar
Der Seitenaltar, kein Vergleich mit schöneren Kirchen, aber für St. Albert ein Riesengewinn

Der Altar war schon lange seines österlichen Kreuzes verlustig gegangen (manchmal schon ab Weißem Sonntag) und nur im Monat Mai war die rechte Seite als Marienaltar geschmückt.

Altarkreuz
Auch der Hauptaltar gewinnt massiv durch das Kreuz

Heute, Pfingstsonntag, sieht es so aus, wie auf den Bildern. Rechts ein kleines Altärchen, der Hauptaltar mit dem schönen Kreuz und der wahnsinnig schön geschmückte Marienaltar.

Der Marienaltar
Der Marienaltar ist immer eine Augenweide

Wir, also ich und meine Redaktion, wünschen allen Lesern ein gesegnetes Pfingstfest

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Jesus wird vom Kreuze abgenommen

Wenn du meinen Leib gesehen hättest in den Armen, auf den Knien meiner Mutter! Er hatte alle Schönheit verloren.

Pieta Maria Vesperbild
Pieta Maria Vesperbild

Für eure Sünden war er zu Tode verwundet worden, auf der Erde geschleift, seine Glieder verrenkt, sein Blick erloschen. Das war nicht mehr mein Antlitz. Meine Mutter betet ihn an, küßt alle Wunden, läßt ihre Tränen auf mein Antlitz fallen und auf meine Glieder.

Sie hatte nur wenig Zeit, doch mit welcher Liebe und Ehrfurcht hat sie jede Wunde geschlossen! Ruhe auch du in den Händen meiner Mutter! Mit Maria bete mich an, küsse meine Wunden, laß deine Tränen auf mein Antlitz fallen und sage meiner Mutter auch ein Wort des Trostes! Sie ist ja deine Mutter.

O Maria, dein Herz sei mein Altar, ich das Opfer, das du dem Heiligen Geist darbietest, damit er mit dem Liebesschwert seine Durchbohrung vollziehe und ich Jesus zur strahlenden Mitte meines Lebens mache! Sein ständiges „Sitio“ soll mich dazu anspornen, ihn auch für die anderen zu lieben.

Aus:
Der Kreuzweg des Hl. Pfarrer von Ars

Jesus stirbt am Kreuz

KreuzestodKnie nieder und bete Mich Sterbenden an! Ich bin gestorben für alle Sünder. Für dich bin ich gestorben durch die erlittenen Schläge, so früh und so jung. Ich habe mein Blut fließen lassen, Tropfen für Tropfen bis zum letzten! Meine Entstellung am Kreuz und mein Tod brachten in dir das „Ecce-homo-Bild“ zum Auslöschen und das strahlende Gottesbild zum Leuchten. So erlebst du die Wahrheit meines Wortes: „Ich bin gekommen, daß sie das Leben in Fülle haben.“

Du glaubst nicht, daß, wenn du mich so blutig dem Vater darbringst, etwas Großes im Himmel und auf Erden geschieht? Wozu hätten sonst meine Schmerzen gedient? Was machst du dir aus der Güte und dem Erbarmen des Vaters?

Erinnere dich an meinen Schrei! Ich schrie dir ein letztes Mal zu: Schau, wie ich dich liebe, ich gebe alles für dein Glück. Es war die letzte Liebestat meines Herzens unter schrecklichen Qualen.

Wenn dein Leben einst zu Ende geht, geschehe es mit einem Liebesruf! Mein Jesus, laß mein Sterben der beredte Ausdruck meiner Ganzhingabe an Deinen heiligen Willen sein – das letzte Aufklingen des Liebesliedes meines Lebens vor Deiner göttlichen Majestät! Zu Füßen des Gekreuzigten geht uns auf: Beim Kreuz zu stehen bringt die Sicherheit mit sich, die Barmherzigkeit zu erfahren. Je dunkler unser Golgotha ist, desto strahlender der ewige Ostermorgen, weil sein Erbarmen uns hinüberträgt. Vom Kreuze herab dringt das „Sitio – Mich dürstet“ an unser Ohr. Es ruft nach Liebe und Sühne. Sühne heißt: sein Erbarmen in sich aufnehmen und weitergeben. Sühnopfer heißt, auf Golgotha seinen Hauch empfangen und im Opfer seiner selbst diesen Hauch ausströmen. Sühne-Tod heißt, in diesem Hauch sterben und dabei ihn durch sich selbst weiterhauchen lassen.

Aus:
Der Kreuzweg des Hl. Pfarrer von Ars

Zu Nagasaki

Das Römische MartyrologiumDas Römische Martyrologium, der 5. Februar

Zu Nagasaki in Japan das Leiden von sechsundzwanzig Märtyrern.

Von ihnen gehörten drei Priester, ein Kleriker und zwei Laienbrüder dem Franziskanerorden an, drei, darunter ein Kleriker, dem Jesuitenorden; siebzehn waren Mitglieder des Dritten Ordens vom heiligen Franciscus.

Sie wurden alle wegen des katholischen Glaubens ans Kreuz geschlagen und mit Lanzenstichen durchbohrt. Sie sangen Gott Loblieder und gaben das Zeugnis des Glaubens bis an ihr ruhmvolles Ende.

Papst Pius IX. trug sie ins Buch der Heiligen ein.

Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Blutzeugen und Bekenner sowie heiliger Jungfrauen.

Aus: Das Römische Martyrologium Ausgabe von 1962 Übersetzt von den Benediktinern der Erzabtei Beuron

Heute habe ich so einen Schwachsinn, ich glaube auf jouwatch, gelesen, dass der Islam menschenschlachtend und der Buddhismus die Religion des Friedens sei.

Das Kreuz …

… ist eine Mahnung, daß die Staatenlenker und Behörden, so gut wie die einfachen Bürger, die Pflicht haben, Christus öffentlich zu ehren und ihm Gehorsam zu leisten.

Das Kreuz

Sie wird stets den Gedanken an jenes Jüngste Gericht in ihnen wachhalten, bei dem Christus, der aus dem öffentlichen Leben verbannt und aus Verachtung vernachlässigt und übergangen wurde, unerbittlich streng solch schmähliche Mißhandlung rächen wird.

Es ist eine Forderung seiner göttlichen Würde, daß die ganze menschliche Gesellschaft sich nach den göttlichen Gesetzen und den christlichen Grundsätzen richte, sowohl in der Gesetzgebung und in der Rechtsprechung, wie auch in der Heranbildung der Jugend zu gesunder Lehre und zu sittlicher Unbescholtenheit.

Aus: Pius XI., Enzyklika Quas primas über das Königtum Jesu Christi

Das heutige Kirchenpersonal kennt offensichtlich die eigene Lehre nicht mehr und verbreitet Leere.