Best of Anni Freiburgbärin von Huflattich

Selbst so dünkle Gemäuer haben einen Preis. Und wenn es nur der erste ist!

Bäume

Brech der lustige Sonnenschein
Mit der Tür euch ins Haus hinein,

Rosensteinpark im Frühnebel

Der Rosensteinpark im Frühnebel
Herbstliches Idyll mit schnatternden Graugänsen

Dass alle Stuben so frühlingshelle;
Ein Engel auf des Hauses Schwelle
Mit seinem Glanze säume
Hof, Garten, Feld und Bäume,
Und geht die Sonne abends aus,
Führ er die Müden mild nach Haus!

Joseph von Eichendorff
Gedichte (Ausgabe 1841)

Liegt den ganzen Tag nur faul in der Sonne. Sie hat keine Lust Hühner zu jagen oder auf Bäume oder Kühe zu klettern oder einfach nur Menschen zu erschrecken.

Meine Schwester ist fürchterlich

Mit meiner Schwester ist nichts los. Fürchterlich!

Die Fotografin ärgern macht Spaß. Ganz ruhig stehen oder liegen bleiben und wenn sie den schwarzen Kasten vor die Augen hält, einfach wegrennen. Das hat Stil.

Aber meiner Schwester ist das zu anstrengend. „Los! Steh‘ endlich auf!“

Meine Schwester ist blöde!

Blauer Himmel überspannt den Rosensteinpark. Die Wiese steht in saftigem Grün. Leuchtend gelber Löwenzahn unterstreicht die frohe Frühlingssymphonie, bald schlagen die Bäume aus.

Bald wird es wieder so aussehen.

Bald wird es wieder so aussehen.

Herr Winter, geh hinter
der Frühling kommt bald!
Das Eis ist geschwommen,
die Blümlein sind kommen
und grün wird der Wald.

Warum soll Christian Morgenstern nicht genauso den Frühling herbeigesehnt haben, wie eine Teddybärin?

Also: Herr Winter, geh hinter.

Und so kommt es, dass die Natur sich Mitte November schon sehr aufgeräumt präsentiert:

Aufgeräumt!

Aufgeräumt!
Der Wald von seiner schönsten Seite!

Die Bäume sind endlich von ihren nutzlos gewordenen Blättern befreit, die Äste recken sich dürr und froh in den Himmel.

Nur die Nadelgehölze, trotzköpfig beharren sie auf ihren grünen Putz. Selbst schuld, wenn die Herbststürme sich darin verfangen und sie umschubsen.