Annette von Droste-Hülshoff – Pfingstsonntag

Still war der Tag, die Sonne stand
So klar an unbefleckten Domeshallen;
Die Luft, von Orientes Brand
Wie ausgedörrt, ließ matt die Flügel fallen.
Ein Häuflein sieh, so Mann als Greis,
Auch Frauen knieend; keine Worte hallen,
Sie beten leis!

Wolken ziehen auf
Wolken ziehen auf

Wo bleibt der Tröster, treuer Hort,
Den scheidend doch verheißen du den Deinen?
Nicht zagen sie, fest steht dein Wort,
Doch bang und trübe muß die Zeit uns scheinen.
Die Stunde schleicht; schon vierzig Tag
Und Nächte harrten wir in stillem Weinen
Und sahn dir nach.

Wo bleibt er nur, wo? Stund‘ an Stund‘,
Minute will sich reihen an Minuten.
Wo bleibt er denn? Und schweigt der Mund,
Die Seele spricht es unter leisem Bluten.
Der Wirbel stäubt, der Tiger ächzt
Und wälzt sich keuchend durch die sand’gen Fluten,
Die Schlange lechzt.

Da, horch, ein Säuseln hebt sich leicht!
Es schwillt und schwillt und steigt zu Sturmes Rauschen.
Die Gräser stehen ungebeugt;
Die Palme starr und staunend scheint zu lauschen.
Was zittert durch die fromme Schar,
Was läßt sie bang‘ und glühe Blicke tauschen?
Schaut auf! Nehmt wahr!

Er ist’s, er ist’s; die Flamme zuckt
Ob jedem Haupt; welch wunderbares Kreisen,
Was durch die Adern quillt und ruckt!
Die Zukunft bricht; es öffnen sich die Schleusen,
Und unaufhaltsam strömt das Wort
Bald Heroldsruf und bald im flehend leisen
Geflüster fort.

O Licht, o Tröster, bist du, ach,
Nur jener Zeit, nur jener Schar verkündet?
Nicht uns, nicht überall, wo wach
Und Trostes bar sich eine Seele findet?
Ich schmachte in der schwülen Nacht;
O leuchte, eh‘ das Auge ganz erblindet!
Es weint und wacht.

aus: Annette von Droste-Hülshoff – Das geistliche Jahr

Endlich Ruhe, Entspannung und Frieden

Endlich sind die Ferien vorbei. Vorbei die Zeit in den Streichelwiesenfolterorten der Tier-, Wildtiergehege und Zoos.

Endlich Ruhe und Frieden
Endlich Ruhe und Frieden, Urlaub und Ferien sind vorbei

Keine dummen Rotzblagen die auf mich zu stürmen und „Schweini, Schweini lieb“, gröllen. Vorbei die Zeit der bekloppten Eltern, die dann sagen, „Nelle-Marie, das ist kein Schweinchen, das ist ein Kaninchen.“

Endlich kann ich in aller Ruhe wieder an meinem Lieblingsplatz sitzen und den Wellenschlag des Bächleins lauschen.

Julchen, ich bin ein Schaf, kein Schwein, Kaninchen, Kuh oder Tiger.

Ich kann aber zum Wolf werden, wenn man mir nicht meine Ruhe lässt!

Titel: Schafsweiß

Album: Ein ruhiger Tag

Interpreten: Anni Freiburgbärin von Huflattich & Druckersrocken

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Wilde Tiere

Wilde Tiere, genauer gesagt, freilaufende wilde Tiere, gab es in der Wilhelma selten. Tiger, Löwe und Nilpferd zogen es vor in ihren Käfigen zu schlafen.

Mit der wilden Bestie auf Augenhöhe
Im Angesicht der wilden Bestie

Von gefährlichem Nervenkitzel war nichts zu spüren.

Doch meiner Freiburgsekretärin, Tierfotografin aus Leidenschaft, ist es selbst in der Wilhelma gelungen, die freie undressierte Bestie zu fotografieren.

Ich und meine Freundin Jenny – Bär und Tiger

„Anni“, so werde ich oft gefragt, „wie kommt es, dass du mit einer Tigerin befreundet bist? Tiger und Bär vertragen sich doch nie im Leben.“

Urlaub mit Jenny und Hindernissen
Urlaub mit Jenny und Hindernissen – der reißende Wildbach vor uns 🙂

Ich muss dann immer schmunzeln. Sicher, ich und Jenny haben oft Meinungsverschiedenheiten, aber dass wir verfeindet wären, kann man beim besten Willen nicht sagen. Jenny ist meine aller, aller drittbeste Freundin und dabei bleibt es. Immer.

Zugegeben, Freundschaften zwischen Bären und Tigern sind sehr, sehr selten, aber es gibt sie. In diesem kleinen Video kann man das sehr schön sehen. Ein Löwe gehört übrigens auch dazu.


A Bear, Lion and Tiger Form an Inseparable Trio

Damit kann ich nicht dienen, denn unter meinen Freunden ist kein Löwe. Schade eigentlich. Dafür habe ich einen Affen als Nichtfreund. Theo. Na ja.