Welchen Schaden bringt uns die Entheiligung des Sonntags?

Die Entheiligung des Sonntags raubt uns jetzt den Segen Gottes und einst das ewige Leben.

Sankt Blasius in Buchenbach

Gott ließ im Alten Bund einen Sabbatschänder steinigen. Er sprach durch den Propheten Ezechiel: „Sie entheiligten meine Sabbate sehr. Darum gedachte ich, meinen Grimm über sie auszugießen und sie zu vertilgen“ (Ez 20,13).

Ein Sprichwort sagt: „Wie dein Sonntag, so dein Sterbetag.“

Der Sonntag ist ein immer wiederkehrender Gedenktag an Ostern und Pfingsten.

Ein Tag der Freude: nie fasten;
ein Tag des Glaubens: immer Credo.

Prüfe dich selbst! Hilfst du mit, dass bei euch zuhause der Sonntag ein heiliger Tag ist?

— Besuchst du die heilige Messe, in welcher eine Predigt gehalten wird?
— Was machst du gewöhnlich am Sonntagnachmittag?
— Welche Veranstaltungen stören die Sonntagsheiligung?
— Warum verbieten die Bischöfe Vergnügungsanlässe am Samstagabend?
— Wie ist dein Verhalten in der Kirche?
— Gibst du dir Mühe, die heilige Messe wirklich mitzufeiern?

Baseler Katechismus, 1947

Wann sind knechtliche Arbeiten am Sonntag erlaubt?

Knechtliche Arbeiten sind am Sonntag erlaubt, wenn dringende Not sie erfordert oder die geistliche Obrigkeit sie gestattet.

St. Ulrich im Schwarzwald
St. Ulrich im Schwarzwald

Dringende Arbeiten sind solche im Haushalt, in lebenswichtigen Betrieben (Spitälern, Bahnen, Elektrizitätswerken usw.), das Einbringen der Ernte, wenn das Wetter sie gefährdet, oder Hilfe bei Unglücksfällen.

Baseler Katechismus, 1947

Wodurch wird der Sonntag entheiligt?

Der Sonntag wird entheiligt

1. durch Wegbleiben von der heiligen Messe aus eigener Schuld,

2. durch knechtliche Arbeiten und durch lärmende oder ausgelassene Vergnügungen.

Wallfahrtskirche St. Barbara
Wallfahrtskirche St. Barbara, Stuttgart Hofen

Knechtliche Arbeiten sind solche, die auf dem Feld, in den Fabriken und Werkstätten verrichtet werden. Auch Hausarbeiten, die auf den Werktag verlegt werden können, gehören dazu.

Die Geschäfte sollen ruhen, Kauf und Verkauf so weit als möglich unterbleiben.

Geistige Arbeiten (Schreiben, Zeichnen, Malen usw.) sind erlaubt.

Baseler Katechismus, 1947

Warum sollen wir am Sonntag eine Predigt anhören?

Den beiden predigtflüchtigen Mädchen aus unserer Bankreihe gewidmet:

Hochaltar Maria Vesperbild

Wir sollen am Sonntag eine Predigt anhören, weil sie das Wort Gottes verkündet und die Gedanken der Menschen auf Gott lenkt.

Besuche willig und regelmäßig die Sonntagschristenlehre. Besonders wichtig und verpflichtend ist sie für die Schulentlassenen.

Wen der Teufel sicher haben will, den läßt er in keine Predigt mehr gehen“ (Augustinus).

Baseler Katechismus, 1947

Wie wird der Sonntag geheiligt?

Der Sonntag wird geheiligt durch die Sonntagsruhe, durch das heilige Meßopfer und durch gute Werke.

Wallfahrtskirche Schmerzhafte Gottesmutter, Birenbach

Wie schön müßte es sein, wenn alle Menschen der Erde am gleichen Tag von der Arbeit ruhten, um auf allen Altären Gott das heilige Opfer darzubringen! An diesem Tag rufen die Glocken das ganze Volk in das Haus Gottes. Die große Familie der Christen feiert den Tag des Herrn.

Der Besuch der heiligen Messe an allen Sonn- und Feiertagen ist im 2. Kirchengebot vorgeschrieben.

Gute Werke, welche zur Sonntagsheiligung beitragen, sind:

Die heilige Kommunion empfangen, Kranke besuchen, in einem guten Buch lesen usw. Es steht der Sonntagsheiligung nicht entgegen, wenn die Familie nach dem Gottesdienst die Zeit mit frohem Spiel und gelegentlich mit Ausflügen zubringt.

Die Natur ist Gottes Werk. Freue dich an ihrer Schönheit und danke Gott!

Baseler Katechismus, 1947

Was befiehlt Gott im dritten Gebot?

Im dritten Gebot befiehlt Gott, die ihm geweihten Tage zu heiligen.

Hochaltar der Wallfahrtskirche Ave Maria
Hochaltar der Wallfahrtskirche Ave Maria

„Gedenke, daß du den Sabbat heiligest“ (2 Mos 20,8).
So lautete das Gebot im Alten Bund. Gott hatte befohlen, sechs Tage zu arbeiten und am siebenten zu ruhen. In den sechs Schöpfungstagen hat er die Welt erschaffen, und am siebenten Tag ruhte er und heiligte ihn. Der Ruhetag hieß Sabbat.

Im Neuen Bund wurde statt des siebenten der erste Tag der Woche, der Sonntag, geheiligt. An diesem Tag ist unser Erlöser auferstanden und der Heilige Geist herabgekommen.

In der Apostelgeschichte wird berichtet, daß die Christen am ersten Tag der Woche zum Brotbrechen zusammenkamen (Apg 20,7). „Brotbrechen“ bedeutet heilige Messe und Kommunion.

Die Heiden feierten dem Sonnengott zu Ehren einen Sonnen-Tag. Die Christen behielten diesen Namen „Sonntag“. Der Heiland ist das Licht der Welt. Sie nannten diesen Tag aber auch „Tag des Herrn“ (Dominica).

Baseler Katechismus, 1947