Das Böse lockt

Immer und überall ist es da, begehrlich, nicht abstoßend. Äußerlich auf Hochglanz poliert zeigt es sich von seiner schillerndsten und schönsten Seite. Wer kann da nicht widerstehen?

komm und sieh
Ein Gebetbüchlein der Extraklasse

Das Böse lockt. Es spricht unsere Instinkte an, unsere Triebe. Der Hang, den Sünden nachzugeben, liegt in uns selbst. Besonders empfänglich sind wir für Unkeuschheit, Neid und Zorn. Ein Blick in die Zeitung oder ins Fernsehen (vom Internet ganz zu schweigen) deckt diesen Tatbestand auf.

Empörung, Hass und Geilheit werden direkt und plump angesprochen, es fällt schwer, sich davon zu distanzieren, es geht aber. Wer katholisch ist und noch weiß, was es heißt, katholisch zu sein, der hat die besseren Karten.

In Versuchung zu sein heißt noch nicht, dass man gesündigt hat. Erst wenn man der Versuchung nachgibt, dann lebt man in Sünde, was durchaus nicht nur seelische sondern auch körperliche Qual bedeuten kann.

Es ist also besser, der Versuchung zu widerstehen. Doch wie verhält man sich in der Versuchung?

Folgender nützlicher Ratschlag stammt aus dem Gebetsbüchlein „komm und sieh“:

Das beste Mittel, um zunächst herauszufinden, wie man sich richtig zu verhaltet hat, bietet sich in der Frage:

„Was würde mein Herr Jesus Christus in dieser Situation tun?“

Sodann muss man um die Gnade und die Willenskraft bitten, um der Versuchung widerstehen und das Richtige tun zu können. Denn, „es ist Gott, der das Wollen und das Vollbringet in uns bewirkt.“ (Phil 2,13)

Es ist wichtig zu wissen: Versucht zu sein heißt noch lange nicht zu sündigen! Auch unser Herr Jesus Christus wurde bei Seinem vierzigtägigen Fasten in der Wüste versucht (Mt4,1 – 11); dass Er aber Sein ganzes Leben lang frei von jeglicher Sünde war, ist Glaubenssatz.

Der Herr ließ diese Versuchungen an sich geschehen, um uns ein Beispiel zu geben, wie auch wir uns in der Erprobung zu verhalten haben.

Er diskutierte nicht, im Gegensatz zu Eva, die sich in einer Dialog einließ (l Mos3,l-6), sondern Er setzte jeweils ein Wori aus der Heiligen Schrift entgegen. Im Folgenden daher zwei nützliche Schriftzitate, die uns in Verbindung mit dem Gebet zum Kampf gegen die Versuchung rüsten:

Bei Versuchungen gegen den Glauben sprich mit dem heiligen Thomas:

Mein Herr und mein Gott (Joh 20,28)

Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben! (Mk 9,24)

Das sehr nützliche Gebetsbüchlein mit wunderbaren Bildern kann man hier kaufen.

 

Die Herabkunft des Heiligen Geistes

Komm, Heiliger Geist

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, befanden sich alle Jünger an einem Orte beisammen“ (Apg 2,1).

Weiße Taube im Rosensteinpark
Die weiße Taube als Symbol des Hl. Geistes

In diesem sogenannten Obergemach waren die Jünger Jesu im Bekenntnis seines Glaubens, beim gleichen Gottesdienst und in der Beobachtung desselben Gesetzes versammelt. So war dieses Haus das Vorbild der Kirche. Nur an diesem heiligen Orte teilte der Heilige Geist sich mit. Wie die Taube nach der Sündflut außer der Arche kein Land fand, auf dem sie sich niederlassen konnte, so findet auch der Heilige Geist außer der Kirche, deren Vorbild die Arche war, keinen Ort zum Weilen.

Unser Herr hat selbst gesagt, dass die Welt den Heiligen Geist nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt (Jo 14,17). Welt nannte der Herr diejenigen, die seinen Glauben leugnen, seine Lehre verwerfen und seinem Gesetze widerstreben.

Sagen wir Gott Dank, dass er uns durch die heilige Taufe in die Kirche eingeführt hat, in der wir den Heiligen Geist empfangen, in seiner Kraft leben und beten können.

Pfingsten war bei den Juden das Erinnerungsfest an die Gesetzgebung auf Sinai. Man feierte es fünfzig Tage nach dem Feste des Osterlammes. Der Heiland sandte uns am nämlichen Tage seinen Heiligen Geist, um den Menschenseelen das Gesetz der Gnade, das er gepredigt hatte, einzuprägen. Das alte Gesetz war ein Gesetz der Furcht. Es wurde unter Blitz und Donner gegeben und auf steinerne Tafeln geschrieben. So entsprach es der Härte des Volkes. Das neue Gesetz ist dagegen ein Gesetz der Gnade und der Liebe. Es gibt sich in Liebe kund, und der Heilige Geist gräbt es gläubigen Menschenherzen ein.

Erweiche, o Herr, mein Herz. Verwandle mein steinernes Herz in ein menschliches, das die Eindrücke Deiner Gnade aufnimmt, Dein Gesetz liebt und es treu befolgt.

Aus: P. Ludwig de Ponte, Meditationen zum gesamten Kirchenjahr. Hier erhältlich.

Annette von Droste-Hülshoff – Am Charfreitage

Weinet, weinet, meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen;
Ach, der Tag will euch nicht taugen,
Und die Sonne will euch höhnen!
Seine Augen sind geschlossen,
Seiner Augen süßes Scheinen;
Weinet, weinet unverdrossen,
Könnt doch nie genugsam weinen!

Kreuzestod
Kreuzestod

Als die Sonne das vernommen,
Hat sie eine Trauerhülle
Um ihr klares Aug‘ genommen,
Ihre Thränen fallen stille.
Und ich will noch Freude saugen
Aus der Welt, der hellen, schönen?
Weinet, weinet, meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen!

Still, Gesang und alle Klänge,
Die das Herze fröhlich machen!
Kreuz’ge, kreuz’ge, brüllt die Menge,
Und die Pharisäer lachen.
Jesu mein, in deinen Schmerzen
Kränkt dich ihre Schuld vor Allen;
Ach, wie ging es dir zu Herzen,
Daß so Viele mußten fallen!

Und die Vöglein arm, die kleinen,
Sind so ganz und gar erschrocken,
Daß sie lieber möchten weinen,
Wären nicht die Äuglein trocken,
Sitzen traurig in den Zweigen,
Und kein Laut will rings erklingen.
Herz, die armen Vöglein schweigen,
Und du mußt den Schmerz erzwingen!

Weg mit goldenen Pokalen,
Süßem Wein vom edlen Stamme!
Ach, Ihn sengt in seinen Qualen
Noch des Durstes heiße Flamme,
Daß er laut vor Schmerz muß klagen,
Erd‘ und Himmel muß erbleichen,
Da die Henkersknecht‘ es wagen
Gall‘ und Essig ihm zu reichen.

Weiche Polster, seidne Kissen,
Kann mir noch nach euch verlangen,
Da mein Herr so gar zerrissen
Muß am harten Kreuze hangen?
O wie habt ihr ihn getroffen,
Dorn und Nagel, Rut‘ und Spieße!
Doch das Schuldbuch liegt ja offen,
Daß sein heilig Blut es schließe.

In der Erde alle Toten
Fahren auf wie mit Entsetzen,
Da sie mit dem heil’gen roten
Blute sich beginnt zu netzen;
Können nicht mehr ruhn, die Toten,
Wo sein köstlich Blut geflossen;
Viel zu heilig ist der Boden,
Der so teuren Trank genossen.

Er, der Herr in allen Dingen,
Muß die eigne Macht besiegen,
Daß er mit dem Tod kann ringen
Und dem Tode unterliegen.
Gänzlich muß den Kelch er trinken;
Menschenkind, kannst du’s ertragen?
Seine süßen Augen sinken,
Und sein Herz hört auf zu schlagen.

Als nun Jesu Herz tut brechen,
Bricht die Erd‘ in ihren Gründen,
Bricht das Meer in seinen Flächen,
Bricht die Höll‘ in ihren Schlünden;
Und der Felsen harte Herzen
Brechen all‘ mit lautem Knalle;
Ob in Wonne, ob in Schmerzen?
Bricht’s der Rettung, bricht’s dem Falle?

Und für wen ist denn gerungen
In den qualenvollen Stunden,
Und der heil’ge Leib durchdrungen
Mit den gnadenvollen Wunden?
Herz, mein Herz, kannst du nicht springen
Mit den Felsen und der Erde?
Nur, daß ich mit blut’gen Ringen
Neu an ihn gefesselt werde!

Hast du denn so viel gegeben,
Herr, für meine arme Seele,
Ist ihr ewig, ewig Leben
Dir so wert trotz Schuld und Fehle:
Ach, so laß sie nicht gefunden
Sein, um tiefer zu vergehen!
Laß sie deine heil’gen Wunden
Nicht dereinst mit Schrecken sehen!

aus: Annette von Droste-Hülshoff – Das geistliche Jahr

Sieben wertvolle Ratschläge für harte Zeiten

1. Mit der Tugend des Glaubens bleibe fest im Glauben an die Göttlichkeit und Beständigkeit der Kirche.

2. Mit der Tugend der Hoffnung widerstehe jeglichem was Angst macht und greife tapfer an, was unser Heil verhindert.

Rotkehlchen

3. Hoffnung ist die allmächtige Kraft Gottes, die uns versprochen wurde, wenn wir tun, was wir mit Gottes Gnade können.

4. Geduld und Erwartung; Unterstütze die Autoritäten und warte mit Zuversicht auf das göttliche Eingreifen.

5. Vertrau, dass die Kirche ihre apostolische und petrinische Sukzession bewahrt, wenn sie fast vollständig ausgelöscht scheint, so wie Jesus am Kreuz von Seinem Vater verlassen schien.

6. Soweit wie wir Gott in allen Dingen bei uns haben, brauchen wir nichts von der Welt.

7. Sursum Corda! Nach der Nacht kommt die Morgendämmerung.

Quelle