In der Fülle der Zeit: Gott der Heiland ist Mensch geworden

Das Römische Martyrologium, der 25. Dezember

Fröhliche Weihnachten
Wir wünschen ein gesegnetes und gnadenreiches Weihnachtsfest

Im Jahre 5199 seit Erschaffung der Welt, da Gott im Anfang Himmel und Erde schuf, im Jahre 2957 seit der Sintflut, im Jahre 2015 seit Abrahams Geburt, im Jahre 1510 seit Moses und dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, im Jahre 1032 seit der Salbung Davids zum König, in der 65. Jahreswoche nach der Weissagung Daniels, in der 194. Olympiade, im Jahre 752 seit der Gründung Roms, im 42. Jahre der Regierung Octavianus Augustus, als auf dem ganzen Erdkreis Friede eingekehrt war, im 6. Weltzeitalter: da wollte Jesus Christus, der ewige Gott und Sohn des ewigen Vaters, durch die Gnade seines Kommens die Welt heiligen. Empfangen vom Heiligen Geist, wurde er neun Monate nach der Empfängnis zu Bethlehem in Juda aus Maria der Jungfrau geboren als Mensch: Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus im Fleische.

Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Blutzeugen und Bekenner sowie heiliger Jungfrauen.

Wie Recht das Martyrologium hat, zeigt die Kirchengeschichte. Ein besonders übler „aufgeklärter“ Christenschlächter war Diokletian, Heide, wie folgender Eintrag im Martyrologium vom gleichen Tage, nur ungefähr 300 Jahre später beweist:

Zu Nikomedien das Leiden vieler tausend Märtyrer. Als sie am Fest der Geburt Christi sich um den Altar des Herrn versammelt hatten, ließ Diokletian (284 bis 305 römischer Kaiser) die Tore der Kirche schließen und ringsum Feuer anlegen.

Vor dem Eingang wurde ein Dreifuß mit Weihrauch aufgestellt und ein Herold mußte laut verkünden: Wer der Verbrennung entgehen will, soll heraustreten und Jupiter Weihrauch streuen.

Doch alle erklärten einmütig, sie wollten lieber für Christus sterben. Da wurde das Feuer angezündet und sie verbrannten.

So wurden sie am gleichen Tage für den Himmel geboren, an dem Christus einst für das Heil der Welt geboren wurde auf Erden.

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Zu Betlehem geboren

Theorien und Fakten in der modernen Exegese

Zu Betlehem geboren
Zu Betlehem geboren

In neuerer Zeit ist Betlehem als Geburtsort Jesu öfter angezweifelt worden, und zwar mit der Begründung, daß Betlehem als Geburtsort nur ein urchristliches Postulat sei, das der messiastheologischen Reflexion entsprungen ist…. So haben moderne Exegeten die Bethlehemtradition als eine Legende erklärt, die den Zweck hatte, Jesus als den im Alten Testament verheißenen Davidsohn zu erweisen (2 Sam 7,12f.; Jes 11,1; Jer23,5; Mich 5,1).

Aber schon Paulus setzt im Römerbrief um das Jahr 58 als bekannt voraus, daß Jesus, ‚der dem Fleisch nach aus dem Geschlecht Davids stammt‘ (1, 3), zur Davidsfamilie gehörte. Das bedeutet aber, daß die Bethlehemtradition lange vor der Entstehung des Matthäus- und Lukasevangeliums vorhanden war.

Weil dem Evangelisten Matthäus die Überlieferung vorliegt, wonach Jesus in Bethlehem geboren worden ist, verknüpft er bestimmte alttestamentliche Texte mit dieser Gegebenheit. Das Doppelzeugnis von Matthäus und Lukas erhält noch dadurch ein besonderes Gewicht, weil die beiden Evangelien unabhängig voneinander entstanden sind.“

Pater Gerhard Kroll SJ

Gefunden in „Kirchliche Umschau“, 12, 2018

Pater Gerhard Kroll SJ (geb. 1914 in Oppeln, gest. 1997 in Berlin) war seit 1940 Priester der Gesellschaft Jesu. Eine Predigt zu dem Thema „Hat Jesus gelebt?“ wurde zur Geburtsstunde des Buches , „Auf den Spuren Jesu“, das zu Lichtmeß 1964 als schmaler Band in 1, Auflage erschien und durch die Jahre beständig wuchs. 1990, noch in der „DDR“, erreichte es die 11. Auflage (105.000 Exemplare).

Dieser Artikel ist möwengeeignet 😀