Endlich! Neue Grippe mit Hang zu mehr entdeckt

Ich bin in den letzten Tagen doch schon ziemlich trübsinnig geworden. Meine geliebte Pandemie corvid-wasweißich war, wie man der Hauptstrompresse entnehmen konnte, auf dem Rückzug.

Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe
Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe  – Die Ruhe vor der neuen Schweinegrippe

Mist, habe ich gedacht, was mache ich nur? Meinen schönen Mundschutz, der vor lauter Dreck, Bakterien und Viren bunt wimmelt, in irgendeine Ecke werfen, bis dass die Müllabfuhr uns endgültig trennt?

Schwermütig dachte ich an die freudreichen Stunden in der Schlange vor Aldi, Rewe oder Lidl zurück. Immer einen Meter fünfzig, bei manchen auch zwei Meter, Sicherheitsabstand zum Nächsten. Mit manchem Wächter vom auswärtigem Sicherheitsdienst konnte man so manch Techtelmechtel beginnen. (Nur mit den Schwarzbärtigen, natürlich).

Doch was war das? Vorbei die aufkeimende Depression. Hoffnung wächst. TATA! Aus China kommt neue frohe Kunde:

Eine neue Schweinegrippe habe Pandemiepotenzial, heißt es in der Lückenpresse.

Oh, wie ist das schön.

Hier, kannst gucken!

Johann Peter Hebel – aus einem Schulheft anno 1965

Johann Peter Hebel wurde vor 200 Jahren in Basel geboren. Bekannt wurde er durch seine „Alemannischen Gedichte“. Seine Erzählungen und Gedichte sind in humorvoller Sprache geschriebene Dichtungen und regen meist zu tiefem Nachdenken an.

Notiz aus einem Schulheft, 4. Klasse, 1965, Freiburg – Haslach

Aus dieser Pforte schwappte die Bildung heraus
Aus dieser Pforte schwappte die Bildung heraus

Und heute? Sind Grundschüler der 4. Klasse anno 2020 in der Lage Hebel zu lesen – und zu verstehen?

Keine Ahnung. Heute ist Hebel eher Abiturniveau in Norddeutschland. Oder wie kommt es, dass in Hamburg, Bremen oder Berlin behauptet wird, die Schulbildung habe sich gebessert.

Hier eine schöne Kurzgeschichte von Johann Peter Hebel:

Kannitverstan

Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und Gundelfingen so gut als in Amsterdam Betrachtungen über den Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viel gebratene Tauben für ihn in der Luft herumfliegen. Aber auf dem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrtum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntnis.

Denn als er in diese große und reiche Handelsstadt voll prächtiger Häuser,wogender Schiffe und geschäftiger Menschen gekommen war, fiel ihm sogleich ein großes und schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft von Tuttlingen bis nach Amsterdam noch keines erlebt hatte. Lange betrachtete er mit Verwunderung dies kostbare Gebäude, die sechs Kamine auf dem Dach, die schönen Gesimse und die hohen Fenster, größer als an des Vaters Haus daheim die Tür. Endlich konnte er sich nicht entbrechen, einen Vorübergehenden anzureden.

„Guter Freund“, redete er ihn an, „könnt Ihr mir nicht sagen, wie der Herr heißt, dem dieses wunderschöne Haus gehört mit den Fenstern voll Tulipanen, Sternenblumen und Levkojen?“ – Der Mann aber, der vermutlich etwas Wichtigeres zu tun hatte und zum Unglück geradeso viel von der deutschen Sprache verstand als der Fragende von der holländischen, nämlich nichts, sagte kurz und schnauzig: „Kannitverstan“, und schnurrte vorüber. Dies war nur ein holländisches Wort oder drei, wenn man’s recht betrachtet, und heißt auf deutsch soviel als: Ich kann Euch nicht verstehn. Aber der gute Fremdling glaubte, es sei der Name des Mannes, nach dem er gefragt hatte. Das muss ein grundreicher Mann sein, der Herr Kannitverstan, dachte er und ging weiter.

Gaß aus Gaß ein kam er endlich an den Meerbusen, der da heißt: Het Ei, oder auf deutsch: das Ypsilon. Da stand nun Schiff an Schiff und Mastbaum an Mastbaum, und er wusste anfänglich nicht, wie er es mit seinen zwei einzigen Augen durchfechten werde, alle diese Merkwürdigkeiten genug zu sehen und zu betrachten, bis endlich ein großes Schiff seine Aufmerksamkeit an sich zog, das vor kurzem aus Ostindien angelangt war und jetzt eben ausgeladen wurde. Schon standen ganze Reihen von Kisten und Ballen auf- und nebeneinander am Lande. Noch immer wurden mehrere herausgewälzt und Fässer voll Zucker und Kaffee, voll Reis und Pfeffer und salveni Mausdreck darunter.

Als er aber lange zugesehen hatte, fragte er endlich einen, der eben eine Kiste auf der Achsel heraustrug, wie der glückliche Mann heiße, dem das Meer alle diese Waren an das Land bringe. „Kannitverstan“, war die Antwort. Da dacht er: Haha, schaut’s da heraus? Kein Wunder, wem das Meer solche Reichtümer an das Land schwemmt, der hat gut solche Häuser in die Welt stellen und solcherlei Tulipanen vor die Fenster in vergoldeten Scherben.

Jetzt ging er wieder zurück und stellte eine recht traurige Betrachtung bei sich selbst an, was er für ein armer Teufel sei unter so viel reichen Leuten in der Welt. Aber als er eben dachte: Wenn ich’s doch nur auch einmal so gut bekäme, wie dieser Herr Kannitverstan es hat, kam er um eine Ecke und erblickte einen großen Leichenzug. Vier schwarz vermummte Pferde zogen einen ebenfalls schwarz überzogenen Leichenwagen langsam und traurig, als ob sie wüßten, dass sie einen Toten in seine Ruhe führten. Ein langer Zug von Freunden und Bekannten des Verstorbenen folgte nach, Paar und Paar, verhüllt in schwarze Mäntel und stumm. In der Ferne läutete ein einsames Glöcklein. Jetzt ergriff unsern Fremdling ein wehmütiges Gefühl, das an keinem guten Menschen vorübergeht, wenn er eine Leiche sieht, und blieb mit dem Hut in den Händen andächtig stehen, bis alles vorüber war.

Doch machte er sich an den letzten vom Zug, der eben in der Stille ausrechnete, was er an seiner Baumwolle gewinnen könnte, wenn der Zentner um 10 Gulden aufschlüge, ergriff ihn sachte am Mantel und bat ihn treuherzig um Exküse. „Das muss wohl auch ein guter Freund von Euch gewesen sein“, sagte er, „dem das Glöcklein läutet, dass Ihr so betrübt und nachdenklich mitgeht.“ „Kannitverstan!“ war die Antwort.

Da fielen unserm guten Tuttlinger ein paar große Tränen aus den Augen, und es ward ihm auf einmal schwer und wieder leicht ums Herz. „Armer Kannitverstan“, rief er aus, „was hast du nun von allem deinem Reichtum? Was ich einst von meiner Armut auch bekomme: ein Totenkleid und ein Leintuch und von allen deinen schönen Blumen vielleicht einen Rosmarin auf die kalte Brust oder eine Raute.“

Mit diesem Gedanken begleitete er die Leiche, als wenn er dazu gehörte, bis ans Grab, sah den vermeinten Herrn Kannitverstan hinabsenken in seine Ruhestätte und ward von der holländischen Leichenpredigt, von der er kein Wort verstand, mehr gerührt als von mancher deutschen, auf die er nicht achtgab. Endlich ging er leichten Herzens mit den andern wieder fort, verzehrte in einer Herberge, wo man Deutsch verstand, mit gutem Appetit ein Stück Limburger Käse, und wenn es ihm wieder einmal schwer fallen wollte, dass so viele Leute in der Welt so reich seien und er so arm, so dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff und an sein enges Grab.

Neue Partygänger braucht das Land

Richtig robuste Partyleute, die gut für alles und jedes sind (man beachte den krampfhaften Versuch genderneutral zu formulieren und honoriere ihn).

Ein eingebildeter Faun
Der alte eingebildete Partygänger (rechts) hat in der neuen Zeit nichts mehr zu suchen.

Die neuen robusten Partygänger sind schon da. Zwar noch nicht in ausreichend großer Stückzahl, aber bald schon, bald sind sie in der Lage jede Party, ob in Stuttgart oder anderswo, zu managen.

Nichts und niemand kann diese Partylöwen aus der Ruhe bringen und verteidigen können sie sich sehr gut.

Nur … vielleicht sollte man ihnen heute ein gewisses schwarzes Aussehen geben, sonst könnte man Rassismus vermuten.

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Die Qualle

Da war eine große Torte,

die lebte an jenem Orte.

"Gänsebraten ist auch nicht schlecht
Gänsebraten ist auch nicht schlecht

Das geht nicht. Ich bin doch erst 137,46 Kilometer gelaufen. Ich kann doch nicht jetzt schon ans Essen denken. Also! Mut Bingobongo! Nur noch 392,70 Kilometer. Ja, so ist das gut. Jetzt dichte ich ein unverfängliches Gedicht.

Da war eine große Spinne,

die hockte in der Rinne.

Da war eine große Qualle,

die machte alle alle.

Da war eine große Sardine,

die hauste in der Gardine.

Da war eine große Torte,

die machte nicht viele Worte.

Da war eine große Torte,

die lebte an jenem Orte …

Mensch habe ich Hunger!

Brücken bauen schafft vertrauen

Über diese Brücke musst du gehen,
Haare in der Suppe überstehen.
Dieses Mal wirst du Verlierer sein,
ein armes Schwein, ein armes Schwein!

Begegnung der brückenbauenden Art
Begegnung der brückenbauenden Art im Rosensteinpark

Echt leckere hähnchengenudelte Ente zum Vorzugspreis. Nur heute! Klasse.

Ich habe heute schon Hunger für Morgen. Das nenne ich nachhaltig.

Aus.

Müh‘ und Fleiß

Trage Deine Gebrechen, die du nicht abtun kannst, mit Müh und Fleiß auf den Acker des liebreichen Willen Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst.

Johannes Tauler.

Trage Deine Gebrechen
Trage Deine Gebrechen

Johannes Tauler war ein deutscher Theologe und Prediger des 14. Jahrhunderts. Er war Dominikaner.

Die Partyszene

Die Stuttgarter Partyszene verneigt sich voller Ehrfurcht vor den Krawallanalysen aus Politik und Polizei.

Partygänger Strauss
Partygänger Strauss vom Rosensteinpark bewundert die scharfsinnige Beochbachtungsgabe einschlägig verdächtiger Leute

So wunderbar hätte sonst niemand das Nest beschmutzen können.


(The Trashmen – Surfin Bird – Bird is the Word 1963 (RE-MASTERED) (ALT End Video) (OFFICIAL VIDEO))

Darauf einen dreifachen surfenden Vogel.


(Napoleon XIV They’re Coming To Take Me Away Ha-Haaa!)

Wem das nicht reicht, der sollte sich gleich abholen lassen.

Eventszene Stuttgart

Gerade bekomme ich dieses Bild eines Partygängers aus dem Stuttgarter Rosensteinpark herein.

Graugans im Rosensteinpark
Rückkehr des letzten Partygängers, still, schief und friedlich

So sieht nicht gerade ein Randalierer aus.

Dank an meine unermüdliche Freiburgsekretärin für das klasse Foto.

Ich wünsche meinen beiden Lesern einen recht hübschen Tag.

Anni Freiburgbärin von Huflattich