Zum ersten Frühstück: Die Mittagshexe

Ein Lehrstück für die verquast gutmenschliche Erziehungsdiktatur hat Dvorak in seiner symphonischen Dichtung „Die Mittagshexe“ exzellent erzählt.

Die Krähe der Mittagshexe
Die Krähe der Mittagshexe

Mittagszeit, das friedliche häusliche Leben einer Familie wird geschildert. Fröhlich krähen die Kinder, was die Oboe durch Tonrepetitionen darstellt.

Mutti wird es zu viel. Sie droht mit der Mittagshexe, falls die Kinder nicht ruhig sind (anstatt ein paar Ohrfeigen zu verteilen).

Plötzlich ist die böse Mittagshexe leibhaftig da.

Die Mutter versucht, die Hexe abzuwehren, als diese ein Kind einfordert (Die Geister die sie rief).

Beim zwölffachen Schlag der Glocke zur Mittagszeit kann sich die Hexe eines Kindes bemächtigen.

Die Mutter wird ohnmächtig und wird später, mit dem toten Kind in ihren Armen, von ihrem Mann geweckt. Mutti hat das Kind ermordet.

Beide vernehmen das Freudengeschrei der Hexe.


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Die Befreiung der Prinzessin

Es war einmal eine holde Prinzessin, die war von einer bösen Hexe in einen fürchterlich feuchten Turm gesperrt worden.

Der edle Ritter plant jeden Schritt. Safety first!
Der edle Ritter plant jeden Schritt. Safety first!

Eine gute Fee hatte ihr aber Rettung in ihrem 18. Lebensjahr versprochen. Dann käme ein tapferer Held, ein edler Ritter, der den Fluch brechen würde und sie befreie.

Mittlerweile war die Prinzessin 18 Jahre und 364 Tage und 23 Stunden und 59 Minuten alt. Der edle Ritter saß seit Tagen vor ihrer Burg und machte keine Anstalt sie zu befreien.

Warum nur?

Guten Morgen Sonnenschein. Hallo!

Der Artikel gestern Abend, der ist fein. Da werden Erinnerungen wach. An Hänsel. An Gretel. An die Hexe. An die böse Königin.

Guten Morgen Sonnenschein. Hallo!
Guten Morgen Sonnenschein. Hallo!

Die böse Königin hat es schlimm erwischt. Damals. Heute kann das aber so ähnlich passieren. Ich zitiere, was damals mit der Königin geschehen ist. Es ist einfach schön zu lesen:

„Zu dem Feste wurde aber auch Schneewittchens gottlose Stiefmutter eingeladen. Wie sie sich nun mit schönen Kleidern angetan hatte, trat sie vor den Spiegel und sprach:

»Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?«

Der Spiegel antwortete:

»Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,
Aber die junge Königin ist noch tausendmal schöner als ihr.»

Da stieß das böse Weib einen Fluch aus, und ward ihr so angst, so angst, daß sie sich nicht zu lassen wußte.

Sie wollte zuerst gar nicht auf die Hochzeit kommen, doch ließ es ihr keine Ruhe, sie mußte fort und die junge Königin sehen. Und wie sie hineintrat, erkannte sie Schneewittchen, und vor Angst und Schrecken stand sie da und konnte sich nicht regen.

Aber es waren schon eiserne Pantoffel über Kohlenfeuer gestellt und wurden mit Zangen hereingetragen und vor sie hingestellt. Da mußte sie in die rotglühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel.“

Schön, gell? So schön kann‘ auch im richtigen Leben werden, mit bösen Muttis und bösen Königinnen.

Ich wünsche allen einen erfreulichen und gesegneten Tag.

Anni Freiburgbärin von Huflattich