Der Hochzeitstanz

Wie so zierlich in dem Saale
Führt die Braut den Hochzeitsreihn,
Wie so mutig schaut Graf Martin

Graugans
Der mutige Graf Martin

In die freud’gen Klänge drein!
Und sie im Vorüberschweifen
Flüstert: „Graf, was sinnet Ihr?
Sagt mir, schaut Ihr nach dem Tanze,
Oder blicket Ihr nach mir?“
„Hab schon manchen Tanz gesehen,
Und das war’s nicht, was ich sann,
Eure Schönheit mich verblendet,
Eure Augen tun mir’s an.“
„Wenn so schöne meine Augen,
Führt mich hier vom Tanze heim,
Alt und grau schon ist mein Bräut’gam
Und er holt uns nimmer ein.“

Aus: Josef von Eichendorff; Gedichte; Ausgabe 1841

Brahms, Ungarische Tänze, Nr. 21 (Urheberrechtlich betrachtet)

1863 nahm Brahms das Angebot an, Chormeister der Wiener Singakademie zu werden, 1864 gab er dieses Amt wieder ab. Zu den in der Folgezeit in Wien entstandenen Werken gehören die „Ungarischen Tänze“.

Brahms: Ungarische Tänze
Brahms: Ungarische Tänze

Die Veröffentlichung der „Ungarischen Tänze“, bei denen Brahms auf zum Allgemeingut gehörende Zigeunerweisen zurückgegriffen hatte, geriet fast zum Skandal:

formvollendet
formvollendet

Zwar erreichte Brahms mit ihnen ein breites Publikum, doch meldeten sich plötzlich andere Musiker zu Wort und reklamierten sich als Urheber der Musik.

Urheberrecht auf österreichisch eben, gell?

Brahms Ungarische Tänze Nr. 21
Volker Hartung
Neue Philharmonie Köln

Johannes Brahms’s temperamental Hungarian Dance No.21 in E minor is performed by the Cologne New Philharmonic Orchestra under the direction of Volker Hartung.
Live from a public concert at Laeiszhalle Hamburg, Germany in March 2012.