Sonnenwende

Nun ist er also vorbei. Der längste Tag des Jahres, Sommeranfang, ist Schnee von Vorgestern. Die Tage werden wieder kürzer, erst langsam und unauffällig, am 23. September, Herbstbeginn, rasend schnell um dann am 22. Dezember, Winteranfang, im kürzesten Tag des Jahres zu landen.

Sonnenaufgang im Rosensteinpark
Sonnenaufgang im Rosensteinpark, so sieht er im tiefsten Winter aus

So wird es kommen. Versprochen! (Außer die Welt geht vorher unter).

Aber warum Trübsal blasen wegen einer noch weit entfernt liegenden Zukunft? Jetzt hat der Sommer begonnen und – falls die Sonne einmal scheinen sollte – es locken die schönsten Vergnügungen.

Sommerliches Badevergnügen
Sommer, Sonne, segeln

Mit Freunden gemeinsam segeln zu gehen, beispielsweise. Mehr Vorschläge den Sommer zu genießen gibt es hier

Sonnenwende ist natürlich Quatsch. Die Sonne wendet sich gar nicht, sie dreht sich nicht von rechts nach links und stellt sich nicht auf den Kopf. Was passiert ist, dass die Erde ihre Umlaufbahn ändert. Also müsste es korrekt Erdenwende oder präziser Erdenumlaufbahnwende heißen. Aber das interessiert niemanden.

Ich wünsche allen Lesern und Innen einen wunderschönen Tag noch.

Anni Freiburgbärin von Huflattich

Winteranfang 2020

Die Talsohle ist erreicht. Kürzer geht es nicht mehr. Der Winter beginnt und die Tage werden endlich wieder länger.

Winteranfang 2020
Winteranfang 2020 – ungemütlich aber nicht eisig

Ein halbes Jahr hat die Reise gedauert. Begonnen hat sie dieses Jahr am 20. Juni. Sommeranfang. Heute ist die Fahrt zu Ende gegangen. Jetzt geht es bergauf. Die Tage werden wieder länger.

Langsam, bis zum 15. Januar kaum merklich, ja sogar mit dem seltsamen Phänomen, dass der Tag am Morgen weiter angeknabbert wird. Heute ist in Stuttgart um 8:14 Sonnenaufgang und am 28. 12., also in einer Woche, um 8:16.

Dafür gewinnt der Tag beim Sonnenuntergang. Heute um 16:29 und am 28. um 16:34. In einer Woche also ist es genau eine Minute länger hell als Heute. Kaum zu bemerken, aber der Tag ist wieder länger geworden.

Richtig Fahrt nimmt die Erde ab Maria Lichtmeß auf. Ab 2. Februar werden die Tage spürbar länger und zu Frühlingsbeginn ist die Geschwindigkeit, mit der die Tage länger werden, am größten.

Bis zu drei Stunden im Monat nimmt der Tag zu. Dann wird der Helligkeitszuwachs wieder geringer. Sommeranfang ist Sense, ab da geht es wieder bergab. Die Tage schrumpfen.

Das die Tage unterschiedlich schnell heller werden liegt daran, dass die Erde auf einer Art Kreisbahn um die Sonne kreist.

Der Kreis ist allerdings kein richtiger Kreis, sondern ein platt geklopfter. Ellipse wird diese Art von Kreis genannt. Den Zusammenhang zwischen der Umdrehung der Erde um die Sonne und die verstrichene Zeit beschreiben in der Astronomie die sogenannten Keplerschen Gesetze, Sonderfälle allgemeiner physikalischer Gesetzmäßigkeiten, die aber den Rahmen dieses kleinen Artikels sprengen.

Mit dem Winter beginnt die richtig kalte Jahreszeit. Schnee, Eis, frostige Temperaturen. Drei Monate bibbern und frieren. Erst mit dem Frühling taut die Erde wieder auf und es wird wärmer.

Winter hat gleich zu Beginn eines der schönsten christlichen Feste. Weihnachten. Gott, der Schöpfer der sichtbaren und unsichtbaren Welt ist Mensch geworden. Jesus Christus ist geboren von der Jungfrau und Gottes Mutter Maria in einem armseligen Stall zu Bethlehem.

Die Heiligen drei Könige, Mariä Lichtmess und der Karneval oder Fastnach oder Fasching sind Feste des Winters.

Karneval hat aber schon keine Verbindung mehr mit Weihnachten, sondern Karneval bestimmt sich von dem höchsten Fest der Christen: Ostern. Aber Ostern ist eine andere Jahreszeit. Über die werde, ich wenn es soweit ist, berichten.

Liebt-nicht Challenge

Heute, mit dem Sommeranfang, startet die allseits beliebte und bewährte Sommer-Dauer-Challenge Liebt-mich-liebt-nicht.

Schwebfliege auf Margerite
Dieses Foto ist der Beweis: Ich habe gewonnen! Schwebfliege auf Margerite

Jeder darf mitmachen, alle sind vorgeschlagen.

Hauptsache sie haben eine passende Schwebfliege auf einer Margerite und können das mittels Foto nachweisen.

Der Sommer beginnt. Heute!

Sommeranfang. 21. Juni 2018 um 12:07. Sonnenwende.

Sommerliches Badevergnügen

Nein, die Sonne wendet nicht. Die bleibt schön dort stehen, wo Gott sie hingesetzt hat. Die Erde ändert ihre Richtung.

Die Bahn der Erde um die Sonne ist nicht kreisförmig. Die Bahn lässt sich durch eine Ellipse beschreiben. Eine Ellipse ist ähnlich wie ein Kreis, nur eiförmiger. (Wer es genauer wissen will: Eine andere Definition der Ellipse benutzt eine spezielle geometrische Abbildung, nämlich die perspektive Affinität. Hier ist die Ellipse als perspektiv affines Bild eines Kreises definiert. Dabei wird jeder Kreisdurchmesser auf einen Ellipsendurchmesser abgebildet.)

Bedingt durch die komische Form der Erdbahn gibt es genau vier Punkte auf der Bahn, die eine besondere Bedeutung haben. Dort wo das Ei, die Ellipse, stark gekrümmt ist, sind die sogenannten Wendepunkte. Bis zu diesen Punkten kann die Erde sich maximal von der Sonne entfernen. Dann muss sie wieder umkehren. Wenden, wie es in der Seglersprache heißt.

Einer der Wendepunkte heute erreicht. Sommerbeginn.

In genau einem halben Jahr ist der zweite Wendepunkt erreicht. Winterbeginn. In beiden Richtungen um die Sonne wird zweimal ein Punkt durchlaufen, bei dem der Abstand zur Sonne am geringsten ist. Das ist beim Ei (der Ellipse) die Stelle, an der das Ei am dünnsten ist. Herbst und Frühling beginnen dann.

Bei den Heiden spielt die Sommersonnenwende ein überaus große Rolle. Stonehenge, Externsteine, und wie die ganzen „magischen“ Orte so heißen, haben Hochkonjunktur. Die Heiden feiern ihre obskuren Feste.

Was an einem solchen Tag zu feiern ist, wissen nur diese Esoteriker allein, denn die Perspektive der Sommersonnenwende heißt Dunkelheit. Es wird von nun an dunkler und kälter. Ein halbes Jahr lang.

Die Katholiken waren schon immer gescheiter. Sie feiern Weihnacht. Das Licht ist in die Welt gekommen. Es wird heller und heller. Christ der Retter ist da. Aber das begreifen so verkleisterte Heiden nicht.