Evang.: Die Juden wollen Jesum steinigen Die Propheten sind begraben, Abraham ist tot! Millionen Greis' und Knaben Und der Mägdlein rot, Viele, die mir Liebe gaben, Denen ich sie bot: Alle, alle sind begraben, Alle sind sie tot! Herr, du hast es mir verkündet, Und...
Evang. : Jesus treibt den Teufel aus „Mein Nam' ist Legion, denn unserer sind Viele!“ So spricht der finstre Geist. Sein Nam' ist Legion, weh mir, daß ich es fühle! Daß es mich zittern heißt! Wo kindlich dem Gemüt in Einfalt und Vertrauen Nichts als sein Jesu kund, Da...
Evang.: Vom Cananäischen Weibe Liebster Jesu, nur Geduld! Wie ein Hündlein will ich spüren Nach den Brocken deiner Huld, Will mich lagern an die Türen, Ob von deinen Kindern keines Mir ein Krüstlein reichen will, Hungerglühend, doch in meines Tiefen Jammers Kunde...
Evang.: Von der Versuchung Christi „Sprich, daß diese Steine Brode werden! Laß dich deine Engel niedertragen! Sieh die Reiche dieser ganzen Erden! Willst du deinem Schöpfer nicht entsagen?“ Dunkler Geist, und warst du gleich befangen, Da du deinen Gott und Herrn...
Auf meiner Stirn dies Kreuz Von Asche grau: O schnöder Lebensreiz, Wie bist du schlau Uns zu betrügen! Mit Farben hell und bunt, Mit Weiß und Rot Deckst du des Moders Grund; Dann kömmt der Tod Und straft dich Lügen. Und wer es nicht bedacht Und wohl gewußt, Sein Leben...
Auf der Burg haus' ich am Berge, Unter mir der blaue See, Höre nächtlich Koboldzwerge, Täglich Adler aus der Höh', Und die grauen Ahnenbilder Sind mir Stubenkameraden, Wappentruh' und Eisenschilder Sofa mir und Kleiderladen. Schreit' ich über die Terrasse Wie ein...
Durch die Nacht drei Wandrer zieh‘n, Um die Stirnen Purpurbinden, Tiefgebräunt von heißen Winden Und der langen Reise Müh‘n. Durch der Palmen säuselnd Grün Folgt der Diener Schar von weiten; Von der Dromedare Seiten Goldene Kleinode glüh‘n, Wie sie klirrend vorwärts...
Das Auge sinkt, die Sinne wollen scheiden: „Fahr wohl, du altes Jahr, mit Freud und Leiden! Der Himmel schenkt ein neues, wenn er will.“ So neigt der Mensch sein Haupt an Gottes Güte, Die alte fällt, es keimt die neue Blüte Aus Eis und Schnee, die Pflanze Gottes,...
Stephanus Jerusalem, Jerusalem! Wie oft erschollen ist sein Ruf; Du spieltest sorglos unter dem Verderben, unter Rosses Huf Und Rades Wucht. Schau, darum ist Verödet deine Stätte worden, Und du ein irres Küchlein bist, Sich duckend unter Geierhorden. Vorüber ist die...
Durch alle Straßen wälzt sich das Getümmel, Maultier, Kamele, Treiber: welch Gebimmel! Als wolle wieder in die Steppe ziehn Der Same Jakobs, und Judäas Himmel Ein Saphirscheinen über dem Gewimmel Läßt blendend seine Funkenströme sprühn. Verschleiert' Frauen durch die...