Meine Sekretärinnen sitzen auf dem Balkon. Ein Vogel schreit.
„Horch, ein Bussard“, sagt meine Freiburgsekretärin. Am frühen Morgen sagt sie tatsächlich Worte wie ‚Horch’.
„Das ist kein Bussard“, antwortet meine Annisekretärin, „der Schrei kommt dort aus der Esche.“
„Hört sich aber wie ein Bussard an“, erwidert meine Freiburgsekretärin.
„An der linken Esche kannst Du den Schreihals sehen, so ein hüpfender Schatten.“ Am frühen Morgen hat meine Annisekretärin so blumige Beschreibungen wie ‚hupfender Schatten’ drauf. „Der Vogel ist viel, viel kleiner als ein Bussard. Vielleicht ein Falke, der war auch schon hier.“
„Ich kann nichts sehen“, erwidert meine Freiburgsekretärin, „ich habe meine Brille nicht auf.“
Dann ist die Balkonpause vorbei, das Tageswerk beginnt. Am frühen Morgen führe ich solche Worte wie ‚Tageswerk’ im Mund.
Ein bisschen später, die Sonne scheint dunstverhangen vom Himmel, es ist ca. 7:30. Meine Freiburgsekretärin ist zur Fotoexkursion in den Rosensteinpark verschwunden, meine Annisekretärin lauscht meinem Diktat. Die Balkontür steht offen.
Plötzlich ist der Vogelruf wieder zu hören. „Nimm die Kamera mit,“ sage ich meiner Annisekretärin.
Endlich, der Vogel ist fotografiert. Wie ich es vermutet hatte, ein Eichelhäher auf Freiersfüßen, aber auf mich hört niemand.








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