Best of Anni Freiburgbärin von Huflattich

Im September blühen Bauerngärten auf

Niemand hätte je gedacht, dass die Evolution existiert. Wir aber haben den Beweis, dass sie existiert und ihr Wirken ist fürchterlich.

Ein handelsübliches Würstchen.

Ein handelsübliches Würstchen lange vorm erreichen des Haltbarkeitsdatums. Echt lecker!

Dieses kleine Würstchen haben wir 2012 im Sommer gekauft. Es war, wie der Metzger glaubhaft versicherte, nach allen Regeln der Kunst tot, also nicht nur Hirntod, nein, es war auch klinisch tot.

Durch einen unglaublichen Zufall geriet das Würstchen hinter einem Küchenschrank in Vergessenheit. Niemals hätten wir je geglaubt, dass es uns abhanden gekommen sei, denn wir wussten nichts mehr von seiner Existenz.

Das änderte sich schlagartig zu Weihnachten 2020, als Theo, der blöde Affe, einen seiner verlorengegangenen BigMäcs hinter dem Küchenschrank vermutete und danach fischte. Was er angelte war fürchterlich: Das Würstchen.

Ein von der Evolution behandeltes Würstchen.

Ein von der Evolution behandeltes Würstchen. Man beachte diesen widerlich schleimig schimmligen Kokon, in dem neues Leben brodelt.

Mit dem einstmals toten Würstchen war eine grauenhafte Veränderung vorgegangen. Es lebte nach allen Regeln der Lebhaftigkeit. Mit dem Mikroskop konnte man schon Ansätze von Wurstbeinen und Wurstarmen sehen, auch ein kleiner schwarzer Bartschatten zeigte sich schon.

Angewidert warf Theo dieses beginnende Leben, Zeichen der Evolution, aus dem Fenster. Damit verlor sich die Spur des Würstchens. Was mag aus ihm geworden sein? Niemand wusste es, aber Theo vermutete das Würstchen sei beim hyperschnellen Fensterwurf durch die Zeit gereist und habe einen internationalen Sangeswettbewerb gewonnen.

Ob Theo damit Recht hat? Wir werden es vermutlich nie herausbekommen. Armes Würstchen.

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